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Kurzporträt

Die Gemeinde Böbing mit rund 1.800 Einwohnern liegt im Landkreis Weilheim-Schongau in Oberbayern. Die ländlich geprägte Gemeinde befindet sich im Herzen des sogenannten Pfaffenwinkels, einer grünen Hügellandschaft, 610 – 936 m NN. Die Region im Voralpenland ist bekannt für seine zahlreichen Kapellen, Kirchen und Klöster, die eine große touristische Anziehungskraft ausüben. Das nahe gelegene ehemalige Augustiner Chorherrenstift in Rottenbuch stellte für Böbing von alters her eine Bildungsstätte sowie einen wichtigen Arbeitgeber und Abnehmer für landwirtschaftliche Produkte dar. Neben dem Tourismus sind in Böbing heute Landwirtschaft und Gewerbe die vorherrschenden Wirtschaftsfaktoren, die zahlreiche Arbeitsplätze sowie überdurchschnittlich viele Ausbildungsplätze bieten. Die negativen Folgen des demografischen Wandels sind in Böbing noch nicht erkennbar: Sowohl die Bevölkerungsentwicklung als auch die Altersstruktur verzeichnen einen positiven Trend.
Dennoch hatte die Gemeinde Schwierigkeiten: Es fehlte ein belebter Ortskern, da die umliegenden landwirtschaftlichen und gewerblichen Anwesen unregelmäßig angeordnet waren. Im Zuge der 2003 begonnenen Dorferneuerung wurde durch Maßnahmen wie z. B. die Neugestaltung des Kirchplatzes oder die Revitalisierung des Pfarrhauses und des sogenannten Scheiberhauses eine lebendige Ortsmitte geschaffen.

Meilensteine

Das Verfahren der Dorferneuerung wurde in der Gemeinde Böbing 2003 angeordnet. Die Bürger unterstützten dieses Vorhaben tatkräftig und gründeten sechs themenbezogene Arbeitskreise.

Weitere Meilensteine waren:
  • Durchführung einer Standortbestimmung und Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern und den jeweiligen Arbeitskreisen
  • Renovierung des denkmalgeschützten Pfarrhauses mit Wohnfunktion sowie der ehemaligen Tenne im Hinblick auf eine gemeinschaftliche Nutzung durch die Bürger mit Gruppenräumen, Galerie und Ausstellungsraum (2003)
  • Abriss und Wiederaufbau eines ehemaligen bäuerlichen Anwesens in der Ortsmitte („Scheiberhaus“) und dessen multifunktionale Nutzung als gesellschaftliches Zentrum mit Vereinsräumen und Einzelhandel (2006)
  • Neugestaltung des zentralen Kirchplatzes mit neuem Dorfbrunnen, Sitzgelegenheiten, offener Pflasterung und Begrünung entlang der klaren Raumkanten, wodurch der Dorfplatzcharakter besser zur Geltung kommt (2008-2009)
  • Versorgung mit erneuerbaren Energien durch eine genossenschaftliche Elektrizitätsvereinigung, ein Photovoltaik-Bürgerkraftwerk sowie Hackschnitzelheizungen
  • Öffentliche Anerkennung: Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ 2010 bis 2013: Böbing entscheidet nacheinander den Kreis-, Bezirks- und Landesentscheid für sich und gewinnt schließlich Silber beim Bundesentscheid

Resümee

Die Gemeinde Böbing ist ländlich geprägt, besitzt auf Grund ihrer positiven Bevölkerungsentwicklung, der starken Wirtschaftskraft und der hohen Wohnqualität ein bemerkenswertes Entwicklungspotenzial. Die Ortsstruktur ist insgesamt stimmig, man trifft auf eine vorbildhafte, lebendige Mischung von Landwirtschaft, Gewerbe und Wohnen sowie ausreichend Versorgungseinrichtungen. Durch eine zurückhaltende Baulandpolitik werden Leerstände vermieden.
Die Ortsmitte ist durch die Einrichtung von Gemeinschaftsräumen im renovierten Pfarrhaus, den Neubau eines gemeindeeigenen Veranstaltungs- und Vereinshauses sowie die Neugestaltung des Kirchplatzes ansprechend gestaltet und deutlich belebt worden. Diese gelungenen Maßnahmen sind Ausdruck der intakten Dorfgemeinschaft in Böbing, die sich durch spürbare Lebendigkeit, großes Engagement und starken Zusammenhalt auszeichnet.

Ansprechpartner

1. Bürgermeister Peter Erhard
Kirchstr. 22
82389 Böbing

Tel.: 0 88 67 / 91 00 - 0
Fax: 0 88 67 / 91 00 - 16
info.boebing@t-online.de

Kernthema: Innenentwicklung

Das wichtigste Ziel der Böbinger Dorferneuerung war die Belebung der Ortsmitte und die Stärkung und Weiterentwicklung des Gemeinschaftslebens.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinde
  • Schaffung eines belebten Ortskerns durch ansprechende bauliche Neugestaltung
  • Umgestaltung des Kirchplatzes zur „guten Stube“ des Ortes für gesellige Zusammenkünfte
  • Einrichtung von Räumlichkeiten zur gemeinschaftlichen Nutzung durch die Bürger
  • Sanierung historischer Gebäude und Erhalt der typischen Hauslandschaft
  • Stärkung der Dorfgemeinschaft durch gutes Miteinander der Vereine mit der örtlichen Gastronomie


Besondere Maßnahmen und Aktivitäten
  • Renovierung des denkmalgeschützten Pfarrhauses mit Wohnfunktion sowie der ehemaligen Tenne im Hinblick auf eine gemeinschaftliche Nutzung durch die Bürger mit Gruppenräumen, Galerie und Ausstellungsraum (2003); umfangreiche Eigenleistungen durch die Pfarrei reduzierten die Baukosten.
  • Abriss und Wiederaufbau eines ehemaligen bäuerlichen Anwesens in der Ortsmitte („Scheiberhaus“) und multifunktionale Nutzung als gesellschaftliches Zentrum mit Vereinsräumen und Einzelhandel (2006); umfangreiche Eigenleistungen durch die Vereine reduzierten die Baukosten und stärkten das Gemeinschaftsgefühl.
  • Neugestaltung des zentralen Kirchplatzes mit neuem Dorfbrunnen, Sitzgelegenheiten, offener Pflasterung und Begrünung entlang der klaren Raumkanten, wodurch der Dorfplatzcharakter besser zur Geltung kommt (2008-2009)
  • Neubau eines Feuerwehrgerätehauses (2007-2009)
  • Neubau eines Sportheims mit Jugendraum (2010-2012)
  • Sanierung des Kriegerdenkmals
  • Ausbau des Geh- und Radwegenetzes zwischen den Ortsteilen
  • Verträgliche Nachverdichtung zur ressourcenschonenden Wohnraumgewinnung und Ermöglichung des Mehrgenerationenwohnens
  • Ausweisung von Neubaugebieten im Anschluss an bestehende Ortsteile und mit direkter Blickverbindung zum Ortskern
  • Versorgung mit erneuerbaren Energien durch eine genossenschaftliche Elektrizitätsvereinigung, ein Photovoltaik-Bürgerkraftwerk sowie Hackschnitzelheizungen

Erfolg

In Böbing gibt es keine leerstehenden Gebäude und eine stabile Bevölkerungsstruktur. Zwischen den Anwesen befinden sich bewusst freigehaltene Flächen. Das vorrangige Ziel der Böbinger Dorferneuerung war die Belebung der Ortsmitte. Dies gelang sowohl durch die Einrichtung von Gemeinschaftsräumen im renovierten Pfarrhaus als auch durch den Neubau des Scheiberhauses, das von Vereinen und Bürgern als Dorfmittelpunkt genutzt wird. Ein weiterer zentraler Begegnungsraum ist der neu gestaltete Kirchplatz.

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