Projektansicht

Kurzporträt

Der Ort Ramsau, Landkreis Mühldorf a. Inn, hat mit seinen umliegenden Bauernhöfen ca. 500 Einwohner und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Reichertsheim. 2001 wurde der Edeka-Markt in Ramsau geschlossen. Als auch noch die Filiale der Raiffeisenbank im Ort aufgelöst werden sollte, war der Punkt erreicht, dieser Entwicklung aktiv entgegenwirken zu wollen.

Meilensteine

2001 fand in Reichertsheim die Hauptversammlung des Katholischen Landvolks statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung fanden sich Gleichgesinnte, die einen Arbeitskreis zum Thema Nahversorgung gründeten.

Weitere Meilensteine waren:
  • Bürgerbefragung durch den Arbeitskreis Nahversorgung, ob Dorfladen mit Stehcafe gewünscht ist und welche Waren dort angeboten werden sollen: 95% Zustimmung für einen Dorfladen
  • Auswahl des Standorts in der ehem. Filiale der Raiffeisenbank in Ramsau, Mietung des Gebäudes von der Raiffeisenbank
  • Finanzierung über Leader-Plus-Projekt und Bankkredite
  • Gründung der Dorfladen-Genossenschaft (10/2002), ca. 188 Mitglieder (2012): großer persönlicher Einsatz der Genossenschaftsmitglieder, von „Tür-zu-Tür-gehen“, um Anteile zu verkaufen und Projekt vorzustellen
  • Umbau des Filialgebäudes, zum größten Teil in ehrenamtlicher Eigenleistung
  • Beratung durch den Lieferanten in Sachen Ladeneinrichtung
  • Eröffnung des Dorfladens Ramsau mit 110 m² Ladenfläche (2003)
  • Etablierung des Dorfladens durch persönliche Akquise des Vorstandes
  • Einbindung der örtlichen Vereine und Einrichtungen sowie der Stiftung Ecksberg mit ca. 80 betreuten Personen
  • Probleme durch die Einführung des Mindestlohns (2015)
  • Steigerung der Attraktivität des Ladens durch Regalanpassungen und Preisgestaltung und weitere Projekte

Resümee

Der Dorfladen Ramsau hat ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl im Dorf bewirkt. Er fördert als einziger Treffpunkt im Ort den Austausch und die Vernetzung der Einwohner untereinander. Die hellen Räume, die schöne Dekoration, das Stehcafé sowie das freundliche und kompetente Dorfladenteam laden zum Einkaufen und Verweilen ein. Die Frische, Regionalität und das breit gefächerte Warensortiment ist bei den Einwohnern auf große Begeisterung gestoßen. Regionale Landwirte können über den Dorfladen ihre Produkte vermarkten. Neue (Teilzeit-) Arbeitsplätze für Frauen aus dem Ort entstanden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten schreibt der Dorfladen Ramsau, trotz starker Einzelhandelskonkurrenz im nahegelegenen Haag, mittlerweile schwarze Zahlen. Nur aufgrund des großen und ehrenamtlichen Engagements aller Beteiligten und der Einbindung der Vereine sowie der Stiftung Ecksberg konnte sich der Dorfladen Ramsau zu diesem herausragenden Vorzeigeprojekt entwickeln. Durch Engagement und Kreativität hat der Dorfladen auch eine finanzielle Krise überstanden. Heute ist er attraktiver, denn je.

Ansprechpartner

Vorstand Monika Peckmann
Dorfladen Ramsau e.G.
Schulstraße 8
84437 Reichertsheim / Ramsau

Tel.: 08072 / 372806
Fax: 08072 / 372816
monika@kartographie-gis.de

Kernthema: Nahversorgung

Die Zielsetzung des Dorfladens Ramsau war von Beginn an, nicht nur die Nahversorgungslücke in der gesamten Gemeinde Reichertsheim zu schließen, sondern auch einen Treffpunkt im Dorf zu schaffen.

Visionen & Ziele von Bürgern
  • Nah-Versorgung der ländlichen Bevölkerung
  • Schaffung von neuen (Teilzeit-) Arbeitsplätzen
  • Vermarktung regionaler Produkte „Aus der Region für die Region“
  • Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum, besonders für weniger mobile Einwohner wie Kinder und Jugendliche, ältere Menschen und Familien
  • Unproblematische Einkaufsmöglichkeit für die Bewohner der Wohngemeinschaft Ramsau/Stiftung Ecksberg
  • Schaffung eines dörflichen Treffpunkts zum Austausch von Informationen und Dienstleistungen
  • Steigerung der Attraktivität des Dorfes, auch für externe Besucher


Besondere Maßnahmen und Aktivitäten
  • Genossenschaftliche Organisation des Dorfladens: 188 Mitglieder, 100 € Mitgliedsbeitrag (Stand 2012)
  • Bereitstellung eines vollwertigen Sortiments und bedarfsgerechter Ware: Mehraufwand, da bei vielen Lieferanten bestellt wird und der Preis jeder Ware neu kalkuliert werden muss
  • Reichhaltiges Angebot „besonderer“ Produkte wie Fein- und Naturkostwaren, regionale Schmankerl, handgefertigte Geschenkartikel der Wohngemeinschaft Ramsau/Stiftung Ecksberg, usw
  • Einrichtung eines Steh-Cafes mit Kaffeeautomat und Zeitungen zum Schmökern
  • Im Sommer: Sitzgelegenheiten mit Tischen vor dem Dorfladen
  • Kombination aus Dorfladen und Raiffeisenbank-SB-Geschäftsstelle mit Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker und Einwurfüberweisungen
  • Schaffung von neun 400 € - Arbeitsplätzen, primär für Frauen aus dem Ort
  • Einbau einer Klimaanlage (2011)
  • Aktives Akquirieren eines festen Kundenstammes, wie dem örtlichen Sportverein und der Stiftung Ecksberg
  • Beteiligung an Festivitäten als Möglichkeit des Marketings und der Präsentation des Dorfladens, z.B. Inn-Hügelland-Dult, Adventsmarkt, Weinprobe
  • Großes Engagement des Dorfladenteams und ehrenamtlicher Helfer (Einräumen, Pflege der Außenanlagen, Waren-Abholung, Reparaturen, usw.)
  • Montage eienr PV Anlage zur Eigennutzung; Umstellung auf LED Lampen
  • Neue Presigestaltung
  • Doiverse Aktionen wie Ferienprogramm, Fotowettbewerb, Crepes Stand bei Festen


Erfolg

Die ersten drei Jahre nach Gründung des Dorfladens in Ramsau waren wirtschaftlich gesehen sehr schwierig. Finanzielle Zugeständnisse der Mitarbeiter (Absenkung des Stundenlohnes) halfen bei der Überbrückung der Probleme. In den letzten drei Jahren ist der Dorfladen Ramsau sehr gut angelaufen. Dieser finanzielle Spielraum wurde genutzt, um die Löhne wieder zu erhöhen und den Einbau der, für den Laden so wichtigen, Klimaanlage vorzunehmen. Die Einführung des Mindestlohnes stellte die Verantwortlich wieder vor große Herausforderungen. Durch verschieden Maßnahmen wurde der Laden noch attraktiver und hat sich gut etabliert

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