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Kernthemen

Kurzporträt

Ein herausragendes Beispiel gelebter Solidarität ist das Generationenhaus in Sontheim. Hier haben Bürger und Gemeinde mit dem Modellprojekt „Generationenhaus“ Pionierarbeit geleistet. Zwar erforderte der Umbau des alten Schul- und Lehrerhauses, doch der tägliche Betrieb erfolgt auf der Basis von ehrenamtlichem Engagement.

Die Gemeinde Sontheim mit dem Ortsteil Attenhausen hat über 2600 Einwohner und befindet sich zwischen Memmingen und Mindelheim im Landkreis Unterallgäu, Schwaben. Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft hat sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe seit 1970 etwa halbiert. Dies hatte Auswirkungen auf die Familien- und Bevölkerungsstrukturen. Auch in Sontheim nehmen die Großfamilien zugunsten der Klein- und Kleinstfamilien ab. Durch die steigende Lebenserwartung, Individualisierung und Mobilität drohen vor allem die Senioren zu vereinsamen. Mit dem Beginn der Dorferneuerung entwickelte sich ein starkes Bewusstsein für die sozialen Probleme im Dorf und die daraus resultierenden Aufgaben.

Meilensteine

Im Rahmen der Dorferneuerung 1998 entwickelte der Arbeitskreis „Familie, Kirche, Soziales, Jugend und Senioren“ die Idee für ein Generationenhaus. Es sollte als Begegnungs- und Betreuungsstätte neue Wege des Dialogs und des Miteinanders aufzeigen und umsetzen.

Weitere Meilensteine waren:
  • Seminar an der Schule der Dorf- und Landentwicklung Thierhaupten
  • Gründung von Arbeitskreisen und engagierte Mitarbeit der Bürger
  • Beginn von Einzelaktionen, wie die Gründung eines Tauschringes, einer Babysitterbörse usw.
  • Besonderes persönliches Engagement einzelner Bürger
  • Gründung des Vereins Generationenhaus Sontheim e.V.
  • Intensive Unterstützung durch die damalige Direktion für Ländliche Entwicklung Krumbach – heute Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben
  • Fachexkursion zum „GenerationenDorf Amtzell“ mit der Schule der Dorf- und Landentwicklung Thierhaupten
  • Entwicklung eines Gesamtkonzeptes
  • Öffentliche Anerkennung: 1. Preis beim Ideenwettbewerb „Nahversorgung der regionalen Landentwicklung des Landkreises Unterallgäu“
  • Förderung durch Leader+ und das Bayerische Dorfentwicklungsprogramm
  • Einweihung des Generationenhauses (März 2007)

Resümee

Mit dem Generationenhaus in Sontheim wurde eine völlig neue Idee verwirklicht, die als Vision begonnen hat und inzwischen Vorbildcharakter besitzt. Besonders das beharrliche Engagement einzelner Bürger hat geholfen, trotz zwischenzeitlicher großer Skepsis, Hürden und vielfältiger Probleme, ein „Pionierprojekt“ umzusetzen. Das Generationenhaus verfolgt mehrere Ziele: 1. die Verbesserung der Betreuung für Kinder und der Integration von Neubürgern; 2.die Verhinderung der Vereinzelung und Vereinsamung von Senioren; 3.die Integration von Behinderten. Beeindruckend ist das hohe ehrenamtliche Engagement, das soziale Dienste bezahlbar macht und im Umgang zwischen den Generationen eine Lücke schließt. In Sontheim wurde ein neuer Weg gegangen, um die Defizite des Strukturwandels für das dörfliche Leben durch bürgerschaftliches Engagement auszugleichen. Das Miteinander und die Kommunikation zwischen den Generationen wurde in neue, zukunftsweisende Strukturen geführt. Die Nachfrage nach Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung nimmt zu. In Sontheim ist es Dank des Generationenhauses gelungen, den Grundschulstandort zu sichern.

Ansprechpartner

1. Bürgermeister
Alfred Gänsdorfer
Hauptstraße 41
87776 Sontheim

Tel.: 0 83 36 / 80 21 - 14
Fax: 0 83 36 / 96 26
buergermeister@sontheim.de
www.sontheim.de

Generationenhaus Sontheim e. V.
1. Vorsitzender
Dr. Dieter Morbach
Hauptstraße 41
87776 Sontheim

Tel.: 0 83 36 / 80 08 94
info@generationenhaus-sontheim.eu
www.generationenhaus-sontheim.eu

Kernthema: Miteinander

Immer mehr Kinder müssen sich mittags und nachmittags alleine versorgen, Senioren ernähren sich einseitig und vereinsamen. Diese Probleme veranlasste den Arbeitskreis "Familie, Kirche, Soziales, Jugend und Senioren" sich mit den veränderten Strukturen auseinander zu setzen und Lösungen zu suchen.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinde
  • Entwicklung einer Verantwortungsgesellschaft durch ehrenamtliches Engagement
  • Entwicklung einer Dorfkultur auf der Basis einer Generationenkultur
  • Gestaltung von Begegnungsräumen zwischen allen Generationen mit Integration von Behinderten
  • Mittags- und Nachmittagsbetreuung für Kinder und Senioren mit gemeinsamen Mahlzeiten
  • Abwechslungsreiches Programm für Körper und Geist
  • Weiterbildungsangebote für jung und alt
  • Angebote für Vereine und Gruppen

Besondere Maßnahmen und Aktivitäten
  • Fundierte Analyse der veränderten Bevölkerungsstruktur
  • Ableitung von künftigen Bedürfnissen
  • Definition des Arbeitsumfangs mit dem Appell für ehrenamtliches Engagement von der Planung bis zum Betrieb des Mehrgenerationenhauses
  • Umbau des alten Schul- und Lehrerhauses zum Generationenhaus
  • Breit gefächertes Betreuungsangebot z.B. Mittagstisch, Mittags-, Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung, Computerkurse, Basteln mit Kunstwerkstatt, Gymnastikkurse, Lesen und Singen, gemeinsames Kochen usw.
  • Einbeziehung aller Generationen
  • Alle Angebote, inklusive das Kochen des Mittagessens, werden ehrenamtlich getätigt

Erfolg

Durch die erfolgreiche Umsetzung des Generationenhauses werden die gesellschaftlichen Probleme, die es künftig in vielen Gemeinden geben wird, sinnvoll und zukunftsweisend gelöst. Dank des Mittagstisches und der Betreuung am Nachmittag konnte der Grundschulstandort in Sontheim gesichert werden.

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