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Kernthemen

Wirtschaft Fit for Future
Energiewende/Klima Energie aus der Region für die Region

Kurzporträt

Die Stadt Merkendorf im Landkreis Ansbach ist mit seinen etwa 2700 Einwohnern und der kommunalen Allianz "Altmühl-Mönchswald-Region" das Tor zum Fränkischen Seenland. Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft verlor der traditionelle Krautanbau an Bedeutung. Politik und Wirtschaft suchten gemeinsam Zukunftsperspektiven im Bereich "Regenerative Energien". Aus einem zunächst einfachen Gewerbegebiet mit einem Hersteller für Biogasanlagen entwickelt sich ein "Energiepark". Schon jetzt erreicht die Stadt bei Strom einen Selbstversorgungsgrad von 210 %, produziert aus erneuerbaren Energien. Das Gewerbegebiet "Energiepark Merkendorf" ist energetisch autark. Im Oktober 2007 startete das Projekt "Energieregion".

Meilensteine

Nach der Anfrage weiterer Interessenten für eine Ansiedlung im Gewerbegebiet, die sich mit erneuerbaren Energien beschäftigen, beschlossen die Merkendorfer, den Gewerbepark in einen "Energiepark" umzubenennen und nur zukunftsorientierte Energiefirmen anzusiedeln (2006).

Weitere Meilensteine waren:
  • Besuch einer Photovoltaik-Fabrik in Unterfranken zusammen mit einem Solarpionier; endgültige Überzeugung von Sonnen-, Wind- oder Bioenergie als Zukunftschance
  • Verantwortungsvolle Flächennutzungsplanung und professionelles Standortmarketing
  • Niederlassung mehrerer Firmen aus dem Bereich "Erneuerbare Energien"
  • Ansiedlung zusätzlicher Firmen als Zulieferer oder Dienstleister im Bereich "Erneuerbare Energien"
  • Kooperation mit der FH Triesdorf und FH Ansbach als weitere treibende Kräfte der Energie-Allianz; Einbeziehung der Landwirtschaft
  • Planung einer Freiflächen-Photovoltaik-Anlage mit 1,3 MW elektrischer Leistung
  • Interkommunale Zusammenarbeit in der Kommunalen Allianz "Altmühl- Mönchswald- Region" und Beitritt zur LEADER- Region Hesselberg
  • Öffentliche Anerkennung:
    • Öffentliche Anerkennung; Urkunde der Initiative „Deutschland - Land der Ideen“ von Bundespräsident Horst Köhler
    • Prämierung im 3. Wettbewerb "Zukunftsfähige Landnutzung in Bayerns Gemeinden" in der Kategorie "Themen fokussiert"
    • Der deutsche Städte- und Gemeindebund und die Agentur für erneuerbare Energie haben die Stadt Merkendorf als "Energiekommune des Monats Januar 2009" ausgezeichnet
    • 3. Preis beim bundesweiten Wettbewerb "Klimaschutzkommune 2009" von der Deutschen Umwelthilfe e.V.
    • Im Bayerischen Agenda-Wettbewerb 2009 hat die Stadt Merkendorf in der Kategorie "Ganzheitliche Energie- und Klimaschutzkonzepte" den 2.Platz belegt
    • Auszeichung beim Europäischen Dorferneuerungspreis 2010 für eine ganzheitliche, nachhaltige Entwicklung und für die Pionierarbeit bei der Nutzung alternativen Energien
    • Ausrichtung der 11. Bayerischen Tage der Dorfkultur 2011
    • Anerkennung im bundesweiten Wettbewerb " Historische Stadtkerne - integriert denken und handeln" 2013

Resümee

Das Leitbild "Energieregion" wurde konsequent weiterverfolgt und umgesetzt. Die Stadt Merkendorf hat es verstanden, den Standort geschickt zu vermarkten, Partner einzubeziehen und Synergien zu nutzen. Heute sind acht Firmen mit knapp 350 qualifizierten Arbeitsplätzen im Energiepark angesiedelt. Zudem sind bei Zulieferern und Dienstleistern in der Region etwa weitere 80 Arbeitsplätze entstanden. Die Aktivitäten im Umfeld der regenerativen Energien federn den fortschreitenden Strukturwandel der Landwirtschaft ab und tragen zur Schaffung und zum Erhalt von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen in dem strukturschwachen ländlichen Raum bei. Infolgedessen konnte Merkendorf im Jahr 2013 einen Anstieg der Einwohnerzahlen um zwei Prozent verzeichnen.

Das Energieforum Merkendorf strahlt mit seinen Aktivitäten weit in die Region und über die Grenzen von Bayern. Stadt und Region profilieren sich als Kompetenzzentrum für die Nutzung von regenerativen Energien und leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz.

Ansprechpartner

1. Bürgermeister
Hans Popp
Marktplatz 1
91732 Merkendorf

Tel.: 0 98 26 / 6 50 - 0
Fax: 0 98 26 / 6 50 - 50
buergermeister@merkendorf.de
www.merkendorf.de

Kernthema: Wirtschaft Fit for Future

Durch den Bedeutungsverlust des traditionellen Krautanbaus mussten Arbeitsplätze in anderen Branchen entwickelt werden. Nach dem Motto "Fit for Future" oder "Energie aus der Region für die Region" hat sich Merkendorf mehreren ambitionierten Zielen verschrieben und neue hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinde
  • Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Ausbau der regionalen Wertschöpfung
  • Standortmarketing und durchdachte Flächennutzungsplanung
  • Aufbau eines Schulungszentrums für Energie-Berufe
  • Etablieren eines Marketingkonzeptes mit Broschüren, Imagefilmen, Kartierung
  • Ausbau von Know-how
  • Netzwerk zur Förderung einer nachhaltigen öklogischen Entwicklung
  • Interkommunale Zusammenarbeit

Besondere Maßnahmen und Aktivitäten
  • Ausweisung des "Energieparks" für ausschließlich zukunftsorientierte Energiefirmen
  • Ansiedlung von modernen Firmen im Energie-, Dienstleistungs- und Logistikbereich
  • Kooperation mit dem Landwirtschaftlichen Fortbildungszentrum der FH Triesdorf und der FH Ansbach nach dem Motto "Vom Krautbauern zum Energiewirt"
  • Aufbau und Betrieb von zwischenzeitlich neun Biogasanlagen für Strom und Wärme, die von landwirtschaftlichen Betreibergemeinschaften in neun Fernwärmenetze eingespeist werden
  • Etablierung einer "Energieakademie" als Schulungs- und Trainingsmöglichkeit für Handel und Handwerk auf dem Gelände des Energieparks
  • Etablierung des Projektes "Energieregion"

Erfolg

Die Stadt Merkendorf ist inzwischen Kompetenzzentrum für regenerative Energien und hat weit über 350 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon ca. ein Drittel in Ingenieurberufen. Dies wirkte sich im Jahr 2013 positiv auf die Einwohnerzahlen aus, die um zwei Prozent gestiegen sind. Neben der enormen regionalen Wertschöpfung (ca. 4.550.000 €) leistet Merkendorf einen bedeutsamen Beitrag zum Imagegewinn für die Region.

Kernthema: Energiewende/Klima Energie aus der Region für die Region

Nach dem Motto „Energie aus der Region für die Region“ hat sich Merkendorf mehreren ambitionierten Zielen verschrieben. Die umweltfreundliche Energieerzeugung soll in Merkendorf praktiziert und geschult werden. Dabei bietet die Symbiose aus landwirtschaftlichen Betreibergemeinschaften und modernen regenerativen Energieerzeugungsvarianten eine fördernde Wechselwirkung. Die „Arbeitsgemeinschaft Energieforum Merkendorf“ versteht sich als Netzwerk zur Förderung einer nachhaltigen ökologischen Entwicklung mit einem höchst möglichen Selbstversorgungsgrad in der Region.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinde
  • Ausbau der Eigenversorgung auf über 100%
  • Ausbau von Know-how im Bereich regenerative Energien
  • Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Ausbau der regionalen Wertschöpfung
  • Aufbau eines Schulungszentrums für Energie-Berufe
  • Steigerung der Energieeffizienz

Besondere Maßnahmen und Aktivitäten
  • Gründung des Energieforum Merkendorf als regionales Netzwerk Ausweisung des „Energieparks“ für ausschließlich zukunftsorientierte Energiefirmen
  • Kooperation mit dem Landwirtschaftlichen Fortbildungszentrum der FH Triesdorf und der FH Ansbach
  • Aufbau und Betrieb von inzwischen acht Biogasanlagen für Strom und Wärme, die von landwirtschaftlichen Betreibergemeinschaften in acht Fernwärmenetze eingespeist werden
  • Sieben weitere Fernwärmenetze (Industriebetrieb, Energiepark, Gärtnerei, öffentliche Gebäude.…)
  • Bau und Betrieb von 250 privaten Dach-Photovoltaikanlagen, eines rapsölbetriebenen Biomasseheizkraftwerks (BHKW) und eines Wasserkraftwerks zur umweltfreundlichen Stromerzeugung
  • Bau einer Bürgersolaranlage auf den Dächern der Grundschule, der Schulsporthalle und dem Feuerwehrgerätehaus
  • Etablierung einer „Energieakademie“ als Schulungs- und Trainingsmöglichkeit für Handel und Handwerk auf dem Gelände des Energieparks
  • Informationsveranstaltungen und unentgeltliche Energieberatung für Privatleute
  • Jugendsommerprogramm „Energie macht Schule“
  • „Freiflächenphotovoltaikanlage Merkendorf“ auf einer Fläche von 5 ha
  • Energieeffiziente Straßen und Platzbeleuchtung

Erfolg

Die Stadt Merkendorf erreicht inzwischen einen Selbstversorgungsgrad bei Strom von 217%. Auf mehr als 7,2 Mio. Euro belaufen sich die damit verbundenen Erlöse aus der Einspeisevergütung. Daneben ist die Stadt Merkendorf inzwischen Kompetenzzentrum für regenerative Energien und mehr als 350 neue Arbeitsplätze, die im weiteren Sinne mit Energie verbunden sind, wurden geschaffen. Die jährliche Einsparung von CO2 beträgt 18.575 t

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