Schleching und das Ökomodell Achental

Gesunder Lebensraum - Herausforderung für uns alle

Oktober 2019

Regierungsbezirk: Oberbayern

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Die Gemeinde Schleching hat über 1750 Einwohner und liegt im Landkreis Traunstein in Oberbayern. Die Gemeinde befindet sich in der einmaligen Berglandschaft zwischen Chiemsee und Chiemgauer Alpen. Ein wichtiger Wirtschaftszweig für die Gemeinde ist der Tourismus. Besonders die kleinstrukturierte Landwirtschaft ist auf das Zusatzeinkommen durch Gäste angewiesen. Seit Mitte der 90er Jahre verzeichnete die Gemeinde rückläufige Übernachtungszahlen. Der daraus resultierende Handlungsbedarf veranlasste Gemeinde und Bürger nach Lösungen zu suchen. Ein ganzheitlicher Gemeindeentwicklungsprozess setzte ein, in den alle Bevölkerungsgruppen eingebunden wurden. Bemerkenswert ist der hohe Grad der Vernetzung von Interessen und Maßnahmen durch die konsequente Einbindung bestehender Strukturen (Vereinen, Verbände, aktive Bürger).
In Schleching wurde frühzeitig erkannt, dass die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde und der Region nur im Miteinander von Landwirtschaft und sanften regionalen Tourismuskonzepten gesichert werden kann.

Meilensteine

Mit dem Beginn der Dorferneuerung in Schleching mit den Ortsteilen Raiten, Mühlau und Ettenhausen setzte ein ganzheitlicher Gemeindeentwicklungsprozess ein. Das gemeinschaftlich erarbeitete Leitbild „Schleching morgen“ war der Grundstein für die ganzheitliche, ökologische und zukunftsorientierte Gemeindeentwicklung. Das Ökomodell Achental ist schon 16 Jahre alt, inzwischen sind neue Handlungsfelder dazugekommen. In einer kürzlich durchgeführten Klausurtagung (Jan 2015) wurde die Arbeit reflektiert und Visionen für die Zukunft entwickelt.
Weitere Meilensteine waren:
  • Richtungsweisende Unterstützung durch Herrn Landtagspräsidenten Alois Glück und Herrn Professor Dr. Holger Magel
  • Unterstützung durch die damalige Direktion für Ländliche Entwicklung, heute Amt für Ländliche Entwicklung München
  • Gründung des „Ökomodell Schlechinger Tal“ durch Bauern und Bürger um eine umweltverträgliche und nachhaltige Gemeinde- und Landschaftsentwicklung zu verwirklichen (1997)
  • Ausweitung des Ökomodells auf das gesamte Achen- und Leukental in das nun internationale Projekt „Ökomodell Achental“ (1999)
  • Bau der Ortsdurchfahrt Mettenham und weitere Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen (ab 1999)
  • Sanierung des Naturbades Zellersee (2001)
  • Neugestaltung des Dorfkerns Schleching (2004)
  • Gründung der Förderstiftung „Initiativkreis“ Ökomodell Schleching; Gewinnbringende Anlage der Preisgelder; Förderung von Projekten im Sinne des Ökomodells durch die Zinserträge.
  • Erstellung eines integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes Achental (2009), das vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern gefördert wird.
  • Bau eines effektiven Nahwärmenetzes
  • Förderung der Elektromobilität und damit des Sanften Tourismus in der Region durch Aufbau eines Netzes an Ladestationen für E-Bikes und E-Autos (Beginn 2013); Beteiligung am Projekt "landmobile" http://www.landmobile.de
  • Errichtung einer "barrierefreien Wohngemeinschaft" für Senioren (2015)
  • Öffentliche Anerkennung:
    • Umweltpreis der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer (ARGE Alp) (1998)
    • Bayerischer Umweltpreis für das „Ökomodell“ (2000)
    • Auszeichnung „Dorf der Zukunft“ durch das Internationale Gemeindenetzwerk „Allianz der Alpen“ (2001)
    • Ehrung für Schleching als „Umweltbewusste Gemeinde“ durch das Bayerische Staatsministerium (2002)
    • Preisträger bei der Solarbundesliga (2002)
    • Dorfvital Preisträger in der Kategorie „Dörfer mit vielfältigen Ansätzen zur Vitalitätsverbesserung, mit weit fortgeschrittenen Entwicklungsprozessen und bereits umgesetzten Maßnahmen“ (2007)
    • Auszeichung als "Bioenergie-Region" durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (2009)
    • Europäischer Dorferneuerungspreis (2012)
    • Auszeichnung im Wettbewerb "Deutschland - Land der Ideen 2014"
    • Sieger beim Wettbewerb " Kerniges Dorf " in der Kategorie „Kernig und nachhaltig – kleine Dörfer“ (2016)
    • Innovationspreis "Zu Hause daheim" vom Bayerischen Sozialministerium (2017)
    • Schleching wurde mit Sachrang zum Bergsteigerdorf erhoben (2017)
    • Schleching wurde das Gütesiegel "Flächenbewusste Kommune" verliehen (2019=


Resümee

Bodenordnerische Maßnahmen, Verbesserung der Infrastruktur, Stärkung der Ortskerne und vor allem die Gründung des „Ökomodells Achental“ sind erfolgreiche Ergebnisse des Schlechinger Gemeindeentwicklungsprozesses. Mit der konsequenten Ausrichtung am Leitbild und den Zielen der Agenda 21 wurde eine zukunftsfähige, ökologische und ökonomische Basis für die Zukunft gelegt. Bürger und Gemeinde erkannten, dass nachhaltige Entwicklungen nur von innen heraus gestärkt und interkommunal gelöst werden können. Beeindruckend ist das große Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung gegenüber der gewachsenen Kulturlandschaft. Daraus resultierten viele vernetzte Aktivitäten, die ins gesamte Achental und bis ins benachbarte Tirol ausstrahlen. Im Zuge des integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts erweitern sich die bisherigen Handlungsfelder "Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung", "Tourismus und Freizeit" und "Energie und Klimaschutz" um die Zukunftsthemen "Innenentwicklung und Gewerbe" sowie "Sozialstruktur und Ehrenamt". Identitätsstiftend ist der behutsame Umgang mit dem kulturellen Erbe, das für alle Generationen bewahrt wird und zugänglich ist.

Außerdem wollen die neun Gemeinden die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen und sich mit Hilfe der ILE noch stärker als wettbewerbsfähige Kleinregion positionieren. Vorbildlich setzt Scheching und das Achental die Energiewende um.

Ansprechpartner

1. Bürgermeister
Josef Loferer
Kirchplatz 1
83259 Schleching

Tel.: 08649 / 9889 - 0
Fax: 08649 / 9889 - 321
gemeinde@schleching.de
www.schleching.de

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