Projektansicht

Kurzporträt

Die Gemeinde Schleching hat über 1750 Einwohner und liegt im Landkreis Traunstein in Oberbayern. Die Gemeinde befindet sich in der einmaligen Berglandschaft zwischen Chiemsee und Chiemgauer Alpen. Ein wichtiger Wirtschaftszweig für die Gemeinde ist der Tourismus. Besonders die kleinstrukturierte Landwirtschaft ist auf das Zusatzeinkommen durch Gäste angewiesen. Seit Mitte der 90er Jahre verzeichnete die Gemeinde rückläufige Übernachtungszahlen. Der daraus resultierende Handlungsbedarf veranlasste Gemeinde und Bürger nach Lösungen zu suchen. Ein ganzheitlicher Gemeindeentwicklungsprozess setzte ein, in den alle Bevölkerungsgruppen eingebunden wurden. Bemerkenswert ist der hohe Grad der Vernetzung von Interessen und Maßnahmen durch die konsequente Einbindung bestehender Strukturen (Vereinen, Verbände, aktive Bürger).
In Schleching wurde frühzeitig erkannt, dass die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde und der Region nur im Miteinander von Landwirtschaft und sanften regionalen Tourismuskonzepten gesichert werden kann.

Meilensteine

Mit dem Beginn der Dorferneuerung in Schleching mit den Ortsteilen Raiten, Mühlau und Ettenhausen setzte ein ganzheitlicher Gemeindeentwicklungsprozess ein. Das gemeinschaftlich erarbeitete Leitbild „Schleching morgen“ war der Grundstein für die ganzheitliche, ökologische und zukunftsorientierte Gemeindeentwicklung. Das Ökomodell Achental ist schon 16 Jahre alt, inzwischen sind neue Handlungsfelder dazugekommen. In einer kürzlich durchgeführten Klausurtagung (Jan 2015) wurde die Arbeit reflektiert und Visionen für die Zukunft entwickelt.
Weitere Meilensteine waren:
  • Richtungsweisende Unterstützung durch Herrn Landtagspräsidenten Alois Glück und Herrn Professor Dr. Holger Magel
  • Unterstützung durch die damalige Direktion für Ländliche Entwicklung, heute Amt für Ländliche Entwicklung München
  • Gründung des „Ökomodell Schlechinger Tal“ durch Bauern und Bürger um eine umweltverträgliche und nachhaltige Gemeinde- und Landschaftsentwicklung zu verwirklichen (1997)
  • Ausweitung des Ökomodells auf das gesamte Achen- und Leukental in das nun internationale Projekt „Ökomodell Achental“ (1999)
  • Bau der Ortsdurchfahrt Mettenham und weitere Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen (ab 1999)
  • Sanierung des Naturbades Zellersee (2001)
  • Neugestaltung des Dorfkerns Schleching (2004)
  • Gründung der Förderstiftung „Initiativkreis“ Ökomodell Schleching; Gewinnbringende Anlage der Preisgelder; Förderung von Projekten im Sinne des Ökomodells durch die Zinserträge.
  • Erstellung eines integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes Achental (2009), das vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern gefördert wird.
  • Bau eines effektiven Nahwärmenetzes
  • Förderung der Elektromobilität und damit des Sanften Tourismus in der Region durch Aufbau eines Netzes an Ladestationen für E-Bikes und E-Autos (Beginn 2013); Beteiligung am Projekt "landmobile" http://www.landmobile.de
  • Errichtung einer "barrierefreien Wohngemeinschaft" für Senioren (2015)
  • Öffentliche Anerkennung:
    • Umweltpreis der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer (ARGE Alp) (1998)
    • Bayerischer Umweltpreis für das „Ökomodell“ (2000)
    • Auszeichnung „Dorf der Zukunft“ durch das Internationale Gemeindenetzwerk „Allianz der Alpen“ (2001)
    • Ehrung für Schleching als „Umweltbewusste Gemeinde“ durch das Bayerische Staatsministerium (2002)
    • Preisträger bei der Solarbundesliga (2002)
    • Dorfvital Preisträger in der Kategorie „Dörfer mit vielfältigen Ansätzen zur Vitalitätsverbesserung, mit weit fortgeschrittenen Entwicklungsprozessen und bereits umgesetzten Maßnahmen“ (2007)
    • Auszeichung als "Bioenergie-Region" durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (2009)
    • Europäischer Dorferneuerungspreis (2012)
    • Auszeichnung im Wettbewerb "Deutschland - Land der Ideen 2014"
    • Sieger beim Wettbewerb " Kerniges Dorf " in der Kategorie „Kernig und nachhaltig – kleine Dörfer“ (2016)
    • Innovationspreis "Zu Hause daheim" vom Bayerischen Sozialministerium (2017)
    • Schleching wurde mit Sachrang zum Bergsteigerdorf erhoben (2017)
    • Schleching wurde das Gütesiegel "Flächenbewusste Kommune" verliehen (2019=

Resümee

Bodenordnerische Maßnahmen, Verbesserung der Infrastruktur, Stärkung der Ortskerne und vor allem die Gründung des „Ökomodells Achental“ sind erfolgreiche Ergebnisse des Schlechinger Gemeindeentwicklungsprozesses. Mit der konsequenten Ausrichtung am Leitbild und den Zielen der Agenda 21 wurde eine zukunftsfähige, ökologische und ökonomische Basis für die Zukunft gelegt. Bürger und Gemeinde erkannten, dass nachhaltige Entwicklungen nur von innen heraus gestärkt und interkommunal gelöst werden können. Beeindruckend ist das große Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung gegenüber der gewachsenen Kulturlandschaft. Daraus resultierten viele vernetzte Aktivitäten, die ins gesamte Achental und bis ins benachbarte Tirol ausstrahlen. Im Zuge des integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts erweitern sich die bisherigen Handlungsfelder "Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung", "Tourismus und Freizeit" und "Energie und Klimaschutz" um die Zukunftsthemen "Innenentwicklung und Gewerbe" sowie "Sozialstruktur und Ehrenamt". Identitätsstiftend ist der behutsame Umgang mit dem kulturellen Erbe, das für alle Generationen bewahrt wird und zugänglich ist.

Außerdem wollen die neun Gemeinden die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen und sich mit Hilfe der ILE noch stärker als wettbewerbsfähige Kleinregion positionieren. Vorbildlich setzt Scheching und das Achental die Energiewende um.

Ansprechpartner

1. Bürgermeister
Josef Loferer
Kirchplatz 1
83259 Schleching

Tel.: 08649 / 9889 - 0
Fax: 08649 / 9889 - 321
gemeinde@schleching.de
www.schleching.de

Kernthema: Innenentwicklung

Maßnahmen zur innerörtlichen Verkehrsberuhigung, gestalterische Maßnahmen sowie Sanierung ortsbildprägender Bausubstanz waren notwendig, um ein attraktives Ortsbild zu erhalten.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinde
  • Verbesserung der bislang unbefriedigenden innerörtlichen Verkehrssituation
  • Schaffung dorfgerechter Gemeinschaftseinrichtungen
  • Erhalt und Gestaltung des Ortsbildes
Besondere Maßnahmen und Aktivitäten
  • Maßnahmen zur innerörtlichen Verkehrsberuhigung und Ausbau von Dorfverbindungsstraßen
  • Neugestaltung des so entstandenen Dorfplatzes und Pausenhofs für die Grundschule
  • Sanierung der Schule, des Musikpavillons und des "Haus des Gastes", die alle am neuen Dorfplatz liegen
  • Verzicht auf den Bau weiterer Ferienhäuser und die Ausweisung neuer Baugebiete
  • Umnutzung zahlreicher leer stehender Gebäude im Ortskern
  • Erstellen einer Baufibel zum besseren Verständnis und zum behutsamen Umgang mit dem bestehenden dörflichen Gefüge
  • Neubau eines Vereinspavillons am neuen Dorfplatz
  • Vereine und engagierte Bürger übernehmen Patenschaften für die Sanierung gemeindlicher Gebäude und für die Pflege der öffentlichen Grünanlagen
  • Umbau des alten Gewerbehauses in ein Feuerwehrhaus mit Räumen für die Bergwacht
  • Bau eines Kindergartens und Jugendraumes in einem denkmalgeschützten Bauernhaus
  • Sanierung des Bürgerhauses mit Seniorentreff
  • Aufbau eines Dorfladens
  • Vitalitätcheck 2.0.
  • Projekt; Gemeinsam Wohnen in Schleching
Erfolg

Für die Neugestaltung des Dorfkerns von Schleching wurde ein Gesamtkonzept umgesetzt, das alle Belange und Interessen einbezog. Schleching hat heute ein ansprechendes Ortsbild und verfügt über ein vitales Gemeinwesen. Viele weitere Maßnahmen im privaten und öffentlichen Bereich ergänzen den Dorfentwicklungsprozess, dadurch ist Schleching für die Zukunft hervorragend aufgestellt.

Kernthema: Nahversorgung

Unter der Vision "Schleching 2020" beschäftigte sich die Gemeinde auch mit der Nahversorgung, da der privat geführte Lebensmittelladen kurz vor der Schließung stand.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinde
  • Sicherstellung der Nahversorgung und Wahrung des Ortsbildes
  • Gründung eines sich selbst tragenden Dorfladens
  • Vermarktung von ökologischen und regionalen Produkten
  • Bürgerschaftliches Engagement bei der Dorfladen-Konzeptentwicklung

Besondere Maßnahmen und Aktivitäten
  • Durchführung einer Machbarkeitsstudie durch externen Berater
  • Infoveranstaltung zum Thema Dorfladen in Schleching unter großer Beteiligung der Bevölkerung
  • Erwerb des alten Dorfladens im Ortszentrum durch die Gemeinde
  • Gründung eines Arbeitskreises mit ca. 30 Mitgliedern mit den zwei Untergruppen "Standort" sowie "Rechtsform und Finanzen" (2012)
  • Gründung der "Dorfladen Unternehmensgesellschaft (UG)" (2013)
  • Verkauf von Unternehmeranteilen an die Bürger (Mindesteinlage 200 Euro) (2013)
  • Sanierung und Neugestaltung der Räumlichkeiten nach den Vorstellungen der UG steht bevor
  • Gestaltung eines Dorfladen-Logos (2013)
Erfolg

Der sich selbst tragende und von der Bevölkerung angenommene Dorfladen ist in greifbare Nähe gerückt. Fester Bestandteil der Dorfladen-Philosophie ist die Nähe zur Dorfbevölkerung und die Berücksichtigung der Kundenwünsche.

Kernthema: Energiewende/Klima

Die Gemeinde Schleching sowie die acht weiteren Mitgliedsgemeinden des „Ökomodell Achental e.V.“ verfolgen in Sachen Energie ein ehrgeiziges Ziel: Energieautarkie 2020, d.h. bis zum Jahr 2020 soll das Achental vollständig mit erneuerbaren Energien aus der Region versorgt werden können. Des Weiteren setzt die Region verstärkt auf Sanften Tourismus und engagiert sich für den Aufbau eines Netzes an Elektro-Ladestationen.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinden
  • Das Achental soll bis 2020 energieautark werden.
  • Ausbau und Nutzung erneuerbarer Energien (Wasser, Wind, Photovoltaik und Bioenergie) im Achental
  • Aufbau einer dezentralen Energieversorgung
  • Steigerung der regionalen Wertschöpfung
  • Schaffung neuer Arbeitsplätze
  • Förderung der Elektromobilität und des Sanften Tourismus;
Besondere Maßnahmen und Aktivitäten
  • Gründung des Biomassehofs Achental mit Priorität auf den für die Region besonders relevanten Holzhackschnitzeln und -pellets (2007)
  • Erstellung eines Energiekonzepts für das Achental als Element des ILEK (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept) Achental mit Maßnahmenempfehlungen (2012)
  • Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur Wasserkraftnutzung an der Tiroler Achen mittels Fließgewässerkraftwerken (2012)
  • Erstellung der Energie-Karte Achental mit den Standorten erneuerbarer Energien in den Bereichen Photovoltaik, Wasserkraft, Holz, Windkraft, Biogas und Wärmeversorgung. Die Gemeinde Schleching ist mit vier Standorten in den Bereichen Wasserkraft, Wärmeversorgung und Photovoltaik in der Energie-Karte vertreten.
  • Präsentation der Leistungsdaten von Photovoltaik-Anlagen in der Tourist-Information Schleching; Visualisierung des Stromertrags, des Eigenverbrauchs und der CO²-Einsparung der Gemeinde Schleching mittels Grafiken
  • Bau eines hoch effektiven Nahwärmenetzes in Schleching (Versorgung der kommunalen Liegenschaften Rathaus, Schule, Kindergarten, Haus des Gastes und Musik-Pavillon)
  • Wasserkraftanlage in Schleching mit zwei Turbinen, die zusammen eine Leistung von 350 kWh erzeugen
  • Förderung der Elektromobilität und damit des Sanften Tourismus in der Region durch Aufbau eines Netzes an Ladestationen für E-Bikes und E-Autos (Beginn 2013)
  • Mitgliedsgemeinde im Projekt "Landmobile" vom ALE Oberbayern
Erfolg

Die Gemeinde Schleching befindet sich in einer Region, welche sich seit 2009 nach erfolgreicher Teilnahme an einem Wettbewerb des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als „Bioenergie-Region“ bezeichnen darf. Schleching bieten sich hervorragende Voraussetzungen für den regionalen Ausbau erneuerbarer Energien, die die Gemeinde auch zu nutzen weiß. Ihrem Streben nach Energieautarkie ist die Gemeinde Schleching einen großen Schritt näher gekommen, indem sie Photovoltaik- und Wasserkraftanlagen betreibt und an ein hoch effektives Fernwärmenetz angeschlossen ist. Zudem besitzt Schleching seit 2013 eine Elektro-Ladestation für E-Fahrzeuge und setzt damit einen wichtigen Impuls für die Region im Hinblick auf eine klimafreundliche Mobiliät im Achental.

Kernthema: Infrastruktur

Die Verbannung des Verkehrs aus der Dorfmitte sowie gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur waren notwendig, um die Attraktivität Schlechings zu erhöhen.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinde

  • Entwicklung von attraktiven Tourismusangeboten
  • Verbesserung der bislang unbefriedigenden innerörtlichen Verkehrssituation
  • Schaffung dorfgerechter Gemeinschaftseinrichtungen

Besondere Maßnahmen und Aktivitäten

  • Sanierung des Naturbades Zeller See mit einem außerordentlichen finanziellen und freiwilligen Engagement von Eigentümern, Landwirten und Helfern
  • Maßnahmen zur innerörtlichen Verkehrsberuhigung und Verbesserung der Wegeverbindungen
  • Neugestaltung des Dorfplatzes und des Pausenhofs für die Grundschule
  • Sanierung der Schule, des Musikpavillons und des Rathauses, die alle am neuen Dorfplatz liegen
  • Neubau eines Vereinspavillons am neuen Dorfplatz
  • Umbau des alten Gewerbehauses in ein Feuerwehrhaus mit Räumen für die Bergwacht
  • Bau eines Kindergartens und Jugendraumes in einem denkmalgeschützten Bauernhaus
  • Sanierung des Bürgerhauses
  • Aufbau eines Dorfladens
  • Herauslegen der B307 aus der Ortschaft Raiten mit Anpassung des Wirtschaftswegenetzes an die neue Straßentrasse und die neue Flureinteilung
  • Schaffung einer durchgängigen Geh- und Radwegeverbindung durch das gesamte Gemeindegebiet - von Raiten über den Zeller See, Mettenham und Schleching bis Ettenhausen
  • Planung eines Erlebnisweges "Stoamandlweg" auf Initiative von Bürgern, der auch mit den Bürgern in Eigenleistung umgesetzt werden soll
  • Schaffung von bedarfsgerechten Parkplätzen im Ortsbereich von Schleching mit Hauptaugenmerk auf naturnahen Ausbau ohne Versiegelung

Erfolg

Die Verbesserung der Verkehrssituation und gestalterische Maßnahmen führten zu einer Belebung der Funktionsvielfalt in Schleching. Durch die Kombination von öffentlichen Investitionen und privaten Initiativen entwickelte sich eine zeitgemäße Infrastruktur für Bürger und Gäste.





Kernthema: Miteinander

Um älteren Menschen in Schleching ein möglichst langes Leben in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen, wurden 2015 das "Soziale Netzwerk Schleching" gegründet.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinde
  • Verbesserung der Lebensqualität für alle Altersgruppen
  • Förderung und Pflege von (generationenübergreifenden) Kontakten
  • Stärkung der Dorfgemeinschaft; Zusammenarbeit mit den örtliche Vereinen und Organisationen
  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements
  • Unterstützung von Familien, Jugendlichen und Senioren
Bedeutende Maßnahmen und Aktivitäten
  • Gestaltung von Gehwegen und Dorfplätzen
  • Sanierung des Bürgerhauses als Begegnungsort
  • Einrichtung von Kindergarten und Jugendräumen in einem denkmalgeschützten Bauernhaus
  • Erwerb eines Gebäudes im Dorfzentrum
  • Betrieb eines Dorfladens
  • Gründung einer Nachbarschaftshilfe (35 Helfer)
  • Bereitstellung eines Bürgermobils (E-Auto); Fahr – und Begleitdienste
  • Einrichtung eines "Büros für Soziales" im Rathaus
  • Bau einer barrierefreien Wohngemeinschaft für Senioren in der Nähe von Banken, Friseur, Arzt, Zahnarzt und Dorfladen
  • Einstellung einer hauptamtlichen Mitarbeiterin (20 Std)
Erfolg:

Im Hinblick auf die Veränderung der Altersstruktur hat die Gemeinde Schleching nun ein modernes Wohnangebot für ältere und ggf. hilfsbedürftige Bürgerinnen und Bürger geschaffen, das einen Zugewinn an Lebensqualität und Geborgenheit bietet. Die Nachbarschaftshilfe wirkt dabei sehr unterstützend und das "Büro für Soziales" ergänzt das Angebot.

Kernthema: Interkommunale Zusammenarbeit

Die Schlechinger haben früh erkannt, dass die Landwirtschaft im Schlechinger Tal eine Schlüsselfunktion für den Erhalt der Kulturlandschaft, den Naturschutz und den Tourismus hat. Unter dem Motto „Gesunder Lebensraum – Herausforderung für uns alle“ gründeten Landwirte und Bürger das „Ökomodell Schlechinger Tal“, das sich schon nach wenigen Jahren zum grenzübergreifenden „Ökomodell Achental“ mit 9 bayerischen Mitgliedsgemeinden und 2 Tiroler Partnergemeinden erweiterte. Alle Maßnahmen werden auf der Basis von Bürgerbeteiligungsprozessen entwickelt und umgesetzt. Das Ökomodell Achental wird 2009 als "Bioenergie-Region" ausgezeichnet.
Außerdem erstellen die 9 Mitgliedsgemeinden ein integriertes ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) Achental, welches vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern gefördert wird. Darüber hinaus wird für diese Gemeinden ein gemeinsames Energiekonzept erstellt und ebenfalls vom ALE gefördert.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinden
  • Erhalt und Pflege der vielfältigen Natur- und Kulturlandschaft
  • Sicherung der landwirtschaftlichen Betriebe als Wahrer der Kulturlandschaft
  • Förderung und Entwicklung eines naturverträglichen Tourismus und Gewerbes
  • Stärkung der Region durch vernetztes Denken und gemeinsames Handeln
  • Aufbau einer regionalen Vermarktung mit der Marke „Schlechinger Naturprodukte“
  • Förderung einer umweltverträglichen Regionalentwicklung
  • Ausbau von autarken, dezentralen Energieversorgungskonzepten
  • Umweltbildung für Erwachsene und Kinder
Besondere Maßnahmen und Aktivitäten
  • Vermarktung regionaler Produkte auf dem wöchentlich stattfindenden Bauernmarkt in Grassau
  • Kooperation mit den Milchwerken Berchtesgadener Land
  • Bau des Biomassehofs Achental, welcher im Zuge des EU-Projekts "RES-Integration" im Jahr 2006 konzipiert und im Herbst 2007 im Grassauer Gewerbegebiet Eichelreuth eröffnet wurde
  • Etablierung der Organisationsstruktur des „Ökomodell Achental e.V.“ mit einer "Betriebs- und Entwicklungs-GmbH" und einer Förderstiftung "Ökomodell Achental"
  • Regelmäßige Treffen des Initiativkreises und der Arbeitskreise zu den Themen Tourismus, Energie, Umweltbildung, u.v.m., um neue Themenbereiche zu erarbeiten
  • Direktvermarktung regionaler Erzeugnisse ab-Hof in einem Hofladen, in Gaststätten oder in Lebensmittelgeschäften
  • Angebote zu Naturerlebnis und Umweltbildung für Schulen, Bürger und Touristen
  • Besucherlenkung: Einrichtung von Naturlehrpfaden und Erarbeitung eines gemeindeübergreifenden Wander- und Radwegekonzepts
  • Organisation von Fort- und Weiterbildungen für touristische Anbieter
  • Herausgabe und Entwicklung von Publikationen, Veranstaltungskalendern, Newslettern, etc.
  • Organisation des Achentaler Themenjahres mit dem Ziel, zu bündeln, zu vernetzen und neue Gruppen einzubinden. Vielfältige Aktionen machen auf aktuelle Themen aufmerksam, motivieren zum Mitmachen und lassen spielerisch lernen.
  • Erstellung eines Energiekonzepts für das Achental als Element des ILEK (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept) Achental mit Maßnahmenempfehlungen (2012)
  • Erstellung der Energie-Karte Achental mit den Standorten erneuerbarer Energien in den Bereichen Photovoltaik, Wasserkraft, Holz, Windkraft, Biogas und Wärmeversorgung
  • Förderung der Elektromobilität und damit des Sanften Tourismus in der Region durch Aufbau eines Netzes an Ladestationen für E-Bikes und E-Autos (Beginn 2013)
Erfolg

Das „Ökomodell Achental“ hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt, das im Einklang von Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus die regionale Wertschöpfung steigert. Beeindruckend ist der hohe Vernetzungsgrad der Maßnahmen.

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