Projektansicht

Kurzporträt

Die Steinwald-Allianz besteht aus 16 Kommunen mit gut 37.000 Einwohnern auf 490 km² und umfasst den gesamten westlichen Landkreis Tirschenreuth in der nördlichen Oberpfalz. Das verbindende Element der Gemeinden ist der Naturpark Steinwald, der in der Mitte des Allianzgebietes liegt und touristisches Potenzial birgt. Die Region ist von der langen Zeit der peripheren Lage am „Eisernen Vorhang“ an der Grenze zu Böhmen, Tschechien geprägt und deshalb als strukturschwache Region definiert. Die Bedeutung der Landwirtschaft in der Region ist überdurchschnittlich hoch, die klimatischen Bedingungen für Landwirtschaft hingegen sind ungünstig und die Bodenqualitäten zumeist unterdurchschnittlich.

In dem Wissen, dass gemeinsames Handeln jeden einzelnen stärkt, schlossen sich im Jahr 2004 die zehn Gemeinden Erbendorf, Falkenberg, Friedenfels, Fuchsmühl, Kemnath, Krummennaab, Pullenreuth, Reuth bei Erbendorf, Waldershof und Wiesau aus der Region Steinwald in einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Den mittlerweile 16 Gemeinden geht es um die Aufwertung des ländlichen Lebens, indem sie die Gemeindeentwicklung vorantreiben und den Tourismus aktivieren.

Meilensteine

Mit der Erarbeitung eines Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) soll die Region zusammenwachsen und ihre Herausforderungen gemeinsam in Angriff nehmen.

Weitere Meilensteine waren:
  • 2007: Belebung der Partnerschaft mit der Mikroregion Konstantinsbad (Tschechien) durch einen gemeinsamen Vertrag
  • Beitritt weiterer drei Gemeinden (Brand, Ebnath, Neusorg)
  • Verbesserung des Rad- und Wanderwegenetzes
  • Gründung eines Zweckverbandes zur Organisation der interkommunalen Zusammenarbeit (2010)
  • Aufbau einer gut funktionierenden Geschäftsstelle zur Umsetzung der Ziele
  • Umbau des Waldhauses im Naturpark Steinwald mit Informationsstellen der Bayerischen Staatsforsten und des Geoparks Bayern-Böhmen sowie einer Gaststätte (2012 – 2014)
  • Aufnahme in das Netzwerk Öko-Modellregionen der Bayerischen Staatsregierung mit dem Ziel den Ökolandbau und Ökotourismus zu fördern (2014)
  • Beitritt der Gemeinden Kastl, Immenreuth, Kulmain (2014)
  • Fortschreibung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts als Handlungsrahmen für die nächsten 10 – 15 Jahre (ILEK 2015)
  • Erfassung der vorhandenen Potentiale durch die Anwendung des Vitalitäts-Checks 2.0 in der Steinwald-Allianz (2015)
  • Neugestaltung der touristischen Website der Steinwald-Allianz (www.steinwald-urlaub.de) sowie der Webseite www.steinwald-allianz.de (2016)
  • Digitales Moedellprojekt "eDorf" (2017)
  • Öffentliche Anerkennung: Auszeichnung „Bio-Mohnöl aus der Öko-Modellregion Steinwald“ als innovativstes Bio-Produkt Bayern (2016)
  • Staatspreis in der Kategorie „Umfassende Leistungen zur Stärkung des ländlichen Raums“ (2018).

Resümee

Beginnend mit zehn Gemeinden konnte die Steinwald-Allianz durch die bereits erzielten Erfolge noch weitere sechs Gemeinden von den Vorteilen einer interkommunalen Zusammenarbeit überzeugen, sodass nun alle Gemeinden im westlichen Landkreis Tirschenreuth dazugehören. Der gemeinsame Ausbau des 75 Kilometer langen Radwege-netzes um den Steinwald (10 Millionen Investition), die Vermarktung mehrerer Themenwander- und -radwege sowie Lehr- und Naturerlebnispfade im gesamten Steinwald-Gebiet hat die Attraktivität der touristischen Infrastruktur im Allianzgebiet deutlich erhöht. Durch die Einrichtung der Geschäftsstelle in Erbendorf kann die Abwicklung der diversen Projekte in guter Zusammenarbeit gesteuert werden.

Mit der Öko-Modellregion Steinwald etabliert sich die Steinwald-Allianz als nachhaltige, umweltfreundliche Region. Kreative Freizeitangebote, der Erhalt der natürlichen Lebensräume und die damit verbundene Ruhe, die attraktive Gestaltung von Ortskernen sowie der Ausbau der Versorgungsstrukturen sind sowohl für Einheimische als auch Urlauber ein Grund zu kommen und zu bleiben. Die Stärkung des Tourismus ist für Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Region ein großes Potenzial. Die Umsetzung der Projektes "Das digitale Dorf" stärkt die Verarbeitungsbetriebe, die Landwirtschaft und sorgt für die Verbesserung der Vor-Ort-Versorgung der Bevökerung.

Ansprechpartner

Vorsitzender Hans Donko
Bräugasse 4
92681 Erbendorf

Tel.: 09682/9210-0
Fax: 09682/9210-92
stadt@erbendorf.de

Geschäftsstelle Steinwald-Allianz
Martin Schmid
Bräugasse 6
92681 Erbendorf
Tel.: 09682/18 22 19-0
Fax: 09682/18 22 19-22
info@steinwald-allianz.de
www.steinwald-allianz.de

Kernthema: Innenentwicklung und Daseinsvorsorge

Um der Abwanderungstendenz innerhalb der Kommunen entgegen zu wirken, sieht die Steinwald-Allianz die Stärkung der Ortskerne, die Schaffung von Identifikationsmöglichkeiten der Bürger mit ihrer Region sowie die Sicherung der Versorgungsstrukturen als eine ihrer zentralen Aufgaben.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinden
  • Förderung der Vitalität und Attraktivität der Ortskerne durch städtebauliche Aktivitäten und Dorfentwicklung
  • Entwicklung und Förderung des regionalen „Wir-Gefühls“ durch Binnenmarketing der Steinwald-Allianz
  • Verbesserung der Lebensbedingungen für Familien, Jugendliche, Senioren und Migranten (z. B. durch mehr Freizeitangebote, Jugend-/Familienzentren, Tanzabende)
  • Erhalt und Optimierung der Daseinsvorsorge, z. B. durch die Sicherung der Grund- und medizinischen Versorgungsstrukturen
Bedeutende Maßnahmen und Aktivitäten
  • Durchführung des Vitalitäts-Checks 2.0 mit Erfassung der Leerstände
  • Mithilfe des Vitalitäts-Checks 2.0 wurden u. a. die Potenziale der bestehenden Gebäude in den Ortskernen erfasst, die Leerstandsproblematik aufgezeigt und Einrichtungen (Läden, soziale Gemeinschaften etc.) dokumentiert. So können innerörtliche Veränderungsprozesse (Umbau, Abriss, Umnutzung) gesteuert werden
  • Jährliche gemeinsame Veranstaltungen: Waldhausfest und Gewerbeschau in unterschiedlichen Orten
  • Herausgabe des Magazins „Stein & Wald“ mit Informationen zu Projekten im Allianzgebiet und Freizeittipps
  • Anordnung verschiedener Dorferneuerungsverfahren im Allianzgebiet
Erfolge
Attraktive Wohnbedingungen und ein gesichertes Bildungs- und Betreuungsangebot begründen die hohe Lebensqualität im Steinwald.

Kernthema: Wirtschaft und Tourismus

Die natur- und kulturräumliche Vielfalt, die landschaftliche Attraktivität, die Ruhe sowie das gut ausgebaute Netz an Rad- und Wanderwegen bieten der Steinwald-Allianz besondere Chancen, den Tourismus und Ausflugsverkehr als eine maßgebliche Quelle zur regionalen Einkommensbildung auszubauen. Die regionalen Hauptthemen sind dabei Aktivitäten in intakter Natur in Verbindung mit kulinarischen Besonderheiten aus der Öko-Modellregion.
Die Geschäftsstelle der Steinwald-Allianz dient zugleich als Tourismus-Information. Eine ausgebildete Tourismus-Fachkraft kümmert sich um alle Anliegen rund um den Urlaub im Steinwald-Gebiet.
Die im Jahr 2016 neu aufgelegt touristische Webseite in zeitgemäßem, ansprechendem Design stellt dem potenziellen Urlauber leicht auffindbare, nützliche Informationen bereit.

Im Jahr 2016 ging das Projekt „Öko-Tourismus“ an den Start, das von der Öko-Modellregion geleitet wird. Ein Wochenprogramm von 9. Mai bis 16. September spricht sowohl die Liebhaber von Bio-Kost an, als auch diejenigen, die damit noch wenig Erfahrung haben. Dabei finden die Veranstaltungen über alle Wochen hinweg in wöchentlichem Turnus statt. Das Programm kann hier eingesehen werden: http://www.steinwald-urlaub.de/kulinarik/erlebniswelt-bio/bio-erleben/.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinden
  • Touristische Inwertsetzung der Region
  • Erhöhung der Übernachtungszahlen und des Tagestourismus
  • Professionalisierung der Tourismusregion Steinwald durch touristische Infrastruktur und Veranstaltungen, gemeinsames Tourismusmarketing
  • Zielgruppenspezifische Angebotspakete
  • Zertifizierte Tourist-Info sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der in der Tourismusbranche tätigen Personen
  • Touristische Seite www.steinwald-urlaub.de publik machen
Bedeutende Maßnahmen und Aktivitäten
  • Entwurf von diversen Freizeit- und Pauschalangeboten
  • Erstellung des Gastgeberverzeichnisses sowie Anzeigen, Broschüren und Prospekten
  • Vorbereitung und Durchführung von einheitlichen Messeauftritten
  • Zusammenarbeit mit übergeordneten Tourismusorganisationen
  • Jährlich zwei Treffen zwischen Touristikern und Gastgebern als Raum für offene Gespräche und Ideen
  • Erfolgreiche Neuauflage der touristischen Homepage www.steinwald-urlaub.de
  • Erfolgreiche Durchführung von Tourismustagen an unterschiedlichen Orten, unter dem Motto „In acht Jahren einmal um die Steinwald-Allianz“
  • Steigerung der Attraktivität der Region durch den Bau des Fichtelnaab- und Steinwald-Radweges sowie zahlreicher Themenrad- und -wanderwege
  • Überzeugung einiger Gastgeber, die Unterkunft auch online buchbar anzubieten
  • Erhöhung der Reichweite des Gastgeberverzeichnisses durch Erscheinung als Auszug aus dem Gastgeberverzeichnis „Oberpfälzer Wald“
  • Start des Projektes „Öko-Tourismus“
  • Erstes zielgruppenspezifisches Bio-Erlebnisprogramm von Mai bis September 2016
  • Aufbau eines digitalen Makttplatzes
Erfolg
Die Region hat sich neu positioniert und konnte ein klares touristisches Profil entwickeln. Dadurch wurden das Image und der Bekanntheitsgrad der Region weiter gesteigert.

Kernthema: Landwirtschaft

Kleine und mittlere Unternehmen prägen die Gemeinden der Steinwald-Allianz. Diese sollen erhalten und gefördert werden. Deshalb wird an der Belebung von Wirtschaftskreisläufen sowie der Bewusstseinsbildung für die Stärken der Region gearbeitet. Im Bereich Landwirtschaft setzt sich die Steinwald-Allianz als eine von zwölf Öko-Modellregionen für den Ausbau der Bio-Produktion, den Anbau von Sonderkulturen, wie Mohn oder Topinambur, sowie die Wiedereinführung des Roten Höhenviehs ein. Die Bauern der Region können mit Bio- und Nischenprodukten einen fairen Preis erzielen, den schlechten landwirtschaftlichen Bedingungen im Steinwald gegensteuern und ihren Arbeitsplatz erhalten.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinden
  • Stärkung des Wirtschaftsstandorts Steinwald durch Förderung der Verbesserung der Vermarktung regionaler Produkte, Förderung der Vernetzung und des Erfahrungsaustauschs der regionalen Unternehmen
  • Stärkung der regionalen Wertschöpfung und Verbesserung der Vermarktung regionaler Produkte
  • Förderung des Öko-Landbaus in der Region
  • Stärkung der Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln aus regionaler Produktion
  • Sensibilisierung der Bewohner und Landwirte für Bio-Produkte
  • Anbau von Sonderkulturen und Nischenprodukten
  • Erhaltung einer intakten, touristisch interessanten Natur
Bedeutende Maßnahmen und Aktivitäten
  • Aufnahme in den ganzheitlichen Ansatz der Bayerischen Staatsregierung, den Ökolandbau zu fördern, als eine von 12 staatlich anerkannten Öko-Modellregionen
  • Entwicklung innovativer Bioprodukte (z. B. Topinambur-Brot, Bio-Mohnöl)
  • Hilfestellungen für Bio-Landwirte und an einer Umstellung Interessierte beim Anbau von Sonderkulturen
  • Umstellung von 130 ha landwirtschaftlicher Fläche auf Ökolandbau und Offenlegung aller Erfahrungen für Landwirte in der Region
  • Wiedereinführung Roten Höhenviehs
  • Herausgabe diverser Broschüren (Bio-Burger, Direktvermarkter/Einkaufsführer, Bio erleben, Back- und Kochkurse)
  • Installierung von Bio-Kochkursen und eines Sommer-Erlebnis-Programms
  • Aufbau eines Direktvermarktungsnetzes auch in Form eines digitalen Bauernmarktes
Erfolge
Durch die Aktivitäten konnte die biologisch bewirtschaftete landwirtschaftliche Fläche innerhalb von 1,5 Jahren um 31 % gesteigert werden. Die Zahl der Biobetriebe konnte im gleichen Zeitraum um 25 % gesteigert werden.

Kernthema: Interkommunale Zusammenarbeit

Trotz finanziell angespannter Situation muss die kommunale Handlungsfähigkeit in den Bereichen Versorgung und Infrastruktur aufrechterhalten werden. Dadurch ist eine verlässliche Zusammenarbeit der gemeindlichen Verwaltungen innerhalb der Steinwald-Allianz unerlässlich.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinden
  • Nutzung von Synergien bei Aufgabenteilungen im kommunalen Bereich
  • Erledigung von kommunalen Aufgaben auf Ebene der Steinwald-Allianz, z. B. Zusammenlegung von Standesämtern, Aufbau eines gemeinsamen Bereitschaftsdienstes für Wasser und Abwasser sowie Zusammenarbeit im Bereich der Bauhöfe (gemeinsame Beschaffung und Lagerung von Material und Gerätschaften, z. B. Streusalz, Fahrzeuge)
  • Gemeinsames Öko-Konto (Ausgleichsflächen für Infrastrukturprojekte)
  • Vernetzung mit anderen regionalen Einheiten (Landkreisebene und Metropolregion Nürnberg)
  • Verbesserung der Bedingungen für die Landwirtschaft
  • Verbesserung der touristischen Infrastruktur; Stärkung des Zusammenspiels touristischer Initiativen
  • Ausbau der Breitband-Infrastruktur, z. B. Hot Spots
  • Entwicklung und Förderung des regionalen „Wir-Gefühls“ durch Binnenmarketing der Steinwald-Allianz
Bedeutende Maßnahmen und Aktivitäten
  • Planung des Kernwegenetzes
  • Einheitliche Beschilderung der Rad- und Wanderwege im gesamten Steinwald-Gebiet
  • Gemeinsame Veranstaltung: Gewerbeschau
  • In den vergangenen Jahren wurden in der Steinwald-Allianz mehrere Themenwander- und -radwege sowie Lehr- und Naturerlebnispfade etabliert und erfolgreich vermarktet
  • Beginn des Ausbaus des Kernwegenetzes (2016)
  • Gemeinsame jährliche Hauptinspektion der Kinderspielplätze
  • Herausgabe des Magazins „Stein & Wald“ mit Informationen zu Projekten im Allianzgebiet und Freizeittipps
  • Kultureller Austausch überGrenzen hinweg in die tschechische Mikroregion Konstantinsbad
  • Aufbau eines digitalen Marktplatzes; Vernetzung der örtlichen Anbieter regionaler Produkte und Dienstleistungen mit der Bevölkerung
  • Mobiler Bauernmarkt mit Belieferungskonzept
Erfolg
Durch die verschiedenen gemeinsamen Aktivitäten und mit Unterstützung des ILEKs als Handlungsrahmen kann die interkommunale Zusammenarbeit erfolgreich umgesetzt werden. Nicht nur die Region, sondern jede einzelne Gemeinde profitiert davon. Das Projekt "eDorf" in Form einer digitalen Plattform steigert künftig die Lebensqulität in der Region.

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