Projektansicht

Kurzporträt

Tagmersheim ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries mit etwa 1050 Einwohnern. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Monheim an und liegt zentral im Städtedreieck Nürnberg – Augsburg – Ingolstadt. Das Gemeindegebiet befindet sich in der Ferienregion „Monheimer Alb“, die sich im Südwesten des Naturparks Altmühltal erstreckt.

Vor Beginn der Dorferneuerung im Jahr 2006 war die Ausgangssituation in der Gemeinde Tagmersheim problematisch. Die Ortsmitte war geprägt von außergewöhnlich vielen, leerstehenden großen Gebäuden. Dazu zählten das ehemalige Pfarrhaus, ein Privatanwesen, eine ehemalige Gastwirtschaft sowie das Schloss mit ausgedehnten Wirtschaftsgebäuden. Diese Bauten waren umgeben von brachliegenden Freiflächen, zudem befand sich in der Ortsmitte an zentraler Stelle eine weitere Freifläche. Die Gemeinde erkannte die Notwendigkeit, Maßnahmen zur Innenentwicklung zu ergreifen, um die Ortsmitte von Tagmersheim neu zu gestalten und aufzuwerten. Als Schlüsselmaßnahme gilt die Instandsetzung des ehemaligen Pfarrhauses und seine Umgestaltung zum Gemeindehaus.

Meilensteine

Bereits vor Beginn der Dorferneuerung wurde ein Leitbildprozess in Tagmersheim eingeleitet. Dem folgte die Gründung von Arbeitskreisen; im Vordergrund stand die Sanierung des mächtigen barocken Pfarrhauses.

Weitere Meilensteine waren:
  • Erwerb des denkmalgeschützten barocken, ehemaligen Pfarrhauses in der Ortsmitte von Tagmersheim auf Erbpachtbasis durch die Gemeinde (2003)
  • Beginn der Planungen zur Instandsetzung (2009); Erneuerung der imposanten Treppenanlage zur Kirche
  • Klausurtagungen des Tagmersheimer Gemeinderates an der Schule der Dorf- und Landentwicklung (2009, 2011, 2014) mit dem Ziel, die Gemeinde neben den baulichen Aktivitäten auch für weitere Zukunftsthemen zu sensibilisieren
  • Einweihung des neuen Gemeindehauses mit multifunktionaler Nutzung durch politische und kirchliche Gemeindevertreter sowie durch Vereine und Bürger (Sept. 2011)
  • Renovierung des kleinen „Pfarrstadels“ in Eigenleistung der Tagmersheimer Vereine sowie Neugestaltung des ehemaligen Pfarrgartens als Festplatz
  • Sanierung der Schlossanlagen und Nutzung der großen Ökonomiegebäude durch neue Eigentümer
  • Neukonzeption der zentralen Freiflächen; dadurch erfolgte eine Entschärfung der Hochwasserproblematik: Nachbau von Teilen des historischen Wassergrabens, Verbesserung der Straßenführung, Anlage großzügiger Grünflächen sowie Bau eines naturnah gestalteten Spielbereichs
  • Stärkung der ökonomischen Dorfmitte am „Ottinger Ring“ durch Privatinitiativen und Ansiedlung von Dienstleistungs- und Gewerbebetrieben
  • Erhalt des Freibades durch ehrenamtliche Sanierung
  • Neubau eines Dorfladens im Dorfzentrum 2015
  • Öffentliche Anerkennung: Staatspreis 2013 - Dorferneuerung und Baukultur des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Resümee

Der Gemeinde Tagmersheim ist es gelungen, das gesamte Ortszentrum in gestalterischer und funktionaler Hinsicht umfassend aufzuwerten. Die neu gestaltete Ortsmitte ist heute geprägt vom mächtigen, zweigeschossigen Bau des frisch renovierten ehemaligen Pfarrhauses, das in etwas erhöhter Lage gleichsam über den umgestalteten Freiflächen „thront“ und als Gemeindehaus genutzt wird. Das historische Ensemble bestehend aus altem Pfarrhaus, Kirche, Schlossanlage mit mächtigen Ökonomiegebäuden und imposanter Treppenanlage zur Kirche entwickelte sich zur beeindruckenden baulichen Mitte von Tagmersheim und zum Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens. Durch private und gemeindliche Initiativen konnte auch die ökonomische Mitte am „Ottinger Ring“ gestärkt werden.
Mit diesen Baumaßnahmen gelang es Tagmersheim, seine Ortsmitte architektonisch und funktional stark aufzuwerten. Daraus entwickelten sich auch Impulse für das Gemeinschaftsleben, sodass der Zusammenhalt und die Identifikation im Ort gestärkt wurden. Zielstrebig und motiviert wurde der von der Dorfgemeinschaft getragenen Dorfladens gebaut und eröffnet. Die Gemeinde engagiert sich zudem interkommunal in der LAG Monheimer Alb.

Ansprechpartner

1. Bürgermeister Georg Schnell
Kirchplatz 1
86704 Tagmersheim

Tel.: 0 90 94 / 14 16
Fax: 0 90 94 / 90 20 31
buergermeister@tagmersheim.de
www.tagmersheim.de

Kernthema: Innenentwicklung

Die Gemeinde Tagmersheim stand vor der Notwendigkeit, die Ortsmitte neu zu gestalten und die zahlreichen leerstehenden Gebäude zu renovieren, um sie einer neuen Nutzung zuzuführen. Die bauliche Mitte der Gemeinde sollte sich zugleich zum Zentrum des gesellschaftlichen Lebens entwickeln.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinde
  • Sanierung des bedeutenden Altortbereichs von Tagmersheim
  • Multifunktionale Nutzung der neuen Dorfmitte
  • Nachempfinden der historischen Siedlungsstruktur
  • Erhalt der Infrastruktur
  • Stärkung des Gemeinschaftslebens
  • Erhöhung der Identifikation der Bürger mit ihrer Gemeinde

Besondere Maßnahmen und Aktivitäten
  • Sanierung und Umbau des denkmalgeschützten ehemaligen Pfarrhauses zum Gemeindehaus (2009-2011) mit barrierefreiem Zugang sowie einer Außentreppe als zusätzlichem Rettungsweg; Nutzung als Amtssitz des Bürgermeisters mit repräsentativem Sitzungssaal sowie als Pfarrbüro und Archiv der katholischen Kirchengemeinde
  • Nutzung des Gemeindehauses für Vereinstreffen und kulturelle Zwecke
  • Neukonzeption der zentralen Freiflächen, dadurch erfolgte eine Entschärfung der Hochwasserproblematik: Nachbau von Teilen des historischen Wassergrabens, Verbesserung der Straßenführung, Anlage großzügiger Grünflächen sowie Bau eines naturnah gestalteten Spielbereichs
  • Umgestaltung des brachliegenden Pfarrgartens durch den Obst- und Gartenbauverein
  • Anlage eines Hofes als Raum für Dorffeste und Erneuerung der imposanten Treppenanlage zur Kirche
  • Renovierung des kleinen „Pfarrstadels“ in Eigenleistung der Tagmersheimer Vereine
  • Sanierung der Schlossanlagen und Nutzung der großen Ökonomiegebäude durch neue Eigentümer
  • Sanierung eines zentral gelegenen leerstehenden Anwesens in Privatinitiative und Einrichtung eines kleinen Lokals
  • Verbesserung der Trassenführung der Kreisstraße
  • Instandsetzung des Freibades durch die Bürgerschaft
  • Aufbau bzw. Neubau eines Dorfladens; Begleitung durch einen Arbeitskreis Eröffnung (2015)
  • Neueröffnung der ehrenamtlich eingerichteten Gemeindebücherei unter ehrenamtlicher Führung (2014)

Erfolg

Die Sanierung des denkmalgeschützten ehemaligen Pfarrhauses und seine Umgestaltung zum Gemeindehaus bildete den Auftakt für eine Reihe weiterer Innenentwicklungsmaßnahmen, die sowohl im Rahmen der Dorferneuerung als auch von privaten Initiativen durchgeführt wurden. Mit der Instandsetzung leerstehender Bausubstanz und der Umgestaltung vernachlässigter Freiflächen wurden die Voraussetzungen geschaffen, die Ortsmitte neu zu beleben und der Dorfgemeinschaft Raum für gesellschaftliche Aktivitäten zu geben.

Weitere Empfehlungen zu Ihrem Thema
Das Infoportal LAND wird gefördert von der BAYERISCHEN VERWALTUNG FÜR LÄNDLICHE ENTWICKLUNG    Ländliche Entwicklung in Bayern