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  • Flurneuordnung und Dorferneuerung

    Wasserrückhaltung in der Fläche und Bachrenaturierungen im ökologischen Verfahren

    • Erstellungsdatum: 28.05.2019
    • Regierungsbezirk:
      Oberpfalz
Im Flurneuordnungs- und Dorferneuerungsverfahren Guteneck-Weidenthal, welches 2014 durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz eingeleitet wurde, sind zwischenzeitlich die ersten Bachrenaturierungen in der Kombination mit entsprechenden Rückhaltesystemen realisiert.

Das Flurneuordnungs- und Dorferneuerungsverfahren Guteneck-Weidenthal, welches im Frühjahr 2014 im Bereich der Gemeinde Guteneck, Landkreis Schwandorf, durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz eingeleitet wurde, verfolgt die konsequente Umsetzung und funktionale Bündelung von Erosionsschutzmaßnahmen, Renaturierungen von verrohrten Fließgewässern III. Ordnung sowie Schaffung neuer Landschaftselemente und hat zwischenzeitlich die Anerkennung als ökologisches Verfahren der Ländlichen Entwicklung erhalten.

Die freiwilligen, zusätzlichen Maßnahmen führen dazu, dass der Kompensationsbedarf für die notwendigen Eingriffe im Rahmen des etwa acht Kilometer langen Wegevorausbaus und der Beseitigung von Geländehindernissen um mehr als das 3-fache ausgeglichen werden können und die Teilnehmergemeinschaft Guteneck-Weidenthal für zahlreiche Maßnahmen in der Flur eine Förderung von 90 % von Seiten des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz erhält.

Diese zusätzlichen Maßnahmen führen zu höheren Investitionskosten und zur Steigerung des Landabzuges nach § 47 Flurbereinigungsgesetz, was jedoch von allen Teilnehmern solidarisch mitgetragen wird und als Beitrag zur Bereicherung des Landschaftsbildes und der Sicherung der Artenvielfalt akzeptiert und verstanden wird.

Um die Hochwasserrückhaltung und die gewässerökologische und naturschutzfachliche Qualität des Luigenbaches zu verbessern, ist eine Renaturierung des Gewässers an zwei Abschnitten im Jahr 2018 vorgenommen worden. Eine gekrümmte Linienführung, die Ausbildung unterschiedlicher Böschungsneigungen, ein abgestuftes Längsgefälle zur Erhöhung der Fließdynamik und Strukturvielfalt sowie eine punktuelle Befestigung mit Steinen wurden hierbei umgesetzt. Die Planung und Ausführung erfolgte unter enger Abstimmung zwischen der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Schwandorf, dem Wasserwirtschaftsamt Weiden, dem Beauftragten Planungsbüro Münchmeier-Eigner aus Erbendorf und dem Teilnehmergemeinschaft.

Zwischenzeitlich sind die abschnittsweise Bepflanzungen mit Schwarzerlen und Strauchweiden, die Ansaat der Uferbereiche mit einer standortangepassten Saatgutmischung und das Einbringen von Wurzelstöcken erfolgt. Die renaturierten Bachläufe in Ortsnähe sind mittlerweile Treffpunkte der Dorfgemeinschaft, insbesondere junger Familien, geworden.

Auf einer für diese Maßnahme beanspruchten Fläche von 916 m² konnten insgesamt 9.184 Kompensationspunkte entwickelt werden, annähernd die Hälfe des notwendigen Kompensationsbedarfs für das gesamte Verfahren. Die Brutto-Baukosten für diese eine von insgesamt drei Renaturierungsmaßnahmen werden mit 80.000 € (zzgl. Planungskosten) beziffert.

Im Bereich von Rückhalte- und Renaturierungsmaßnahmen werden annährend 235.000 € von Seiten der Teilnehmergemeinschaft investiert.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und immer häufiger auftretender Starkregenereignisse wurden gleichzeitig dezentrale Rückhaltemaßnahmen ergriffen, die über ein Stauvolumen von 1.240 m³ verfügen und teilweise bewirtschaftbar sind.

Des Weiteren sind im Verfahrensgebiet zahlreiche neue Heckenpflanzungen vorgesehen bzw. wurden diese bereits teilweise im Frühjahr 2019 ausgeführt, um die Bodenerosion in den zahlreichen Hanglagen zu mindern und einen Biotopverbund im Offenland zu unterstützen.
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