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  • Kommissionieren, telefonieren… oder doch lieber betonieren?

    203 Jugendliche erhalten beim zweiten „Tag der Ausbildung“ die Möglichkeit, in 39 Ausbildungsberufe hinein zu schnuppern.

    • Erstellungsdatum: 22.01.2019
    • Regierungsbezirk:
      Schwaben
ILE Holzwinkel, Landkreis Augsburg; Ein Notfall: ein kleiner Junge ist vom Fahrrad gefallen und hat sich das Bein aufgeschlagen. Wie kann der kleine Patient verarztet werden kann? Was muss beachtet werden? Doktor Elmar Willsch von der Gemeinschaftspraxis Schweitzer und Willsch in Adelsried erklärt am Beispiel seines Sohnes, der als Patient mit Kunstblut versehen auf der Pritsche sitzt, den Ausbildungsberuf „medizinische/r Fachangestellte/r“. Gleichzeitig stecken sechs Mädchen, passend zum Ausbildungsberuf „Elektroniker/in“, bei der Elektrotechnik Mohr GmbH in Welden Schaltkreisläufe zusammen und lernen Smart Home-Anwendungen kennen.

„Die Anforderungen des Berufes haben die Mädchen überrascht, aber auch fasziniert. Eine Teilnehmerin hat gleich nach einem Praktikum gefragt“, schmunzelt Betreuerin Ulla Schneider.
Bereits zum zweiten Mal drehte sich im Nov. 2018 im Raum Holzwinkel und Altenmünster alles um die Berufswahl: 36 Unternehmen nahmen am zweiten „Tag der Ausbildung“ teil, den das Entwicklungsforum Holzwinkel und Altenmünster e.V. in Kooperation mit der Aktionsgemeinschaft Attraktives Welden e.V. und den Gewerbeverbänden Altenmünster sowie Zusmarshausen organisierte. „Beim Tag der Ausbildung geht es darum, dass Jugendliche potentielle Ausbildungsbetriebe kennenlernen können – vor Ort und im jeweiligen Betrieb. Auf diesem Weg wollen wir zeigen, welche spannenden Ausbildungsberufe regionale Betriebe anbieten. Der Aktionstag trägt zur Berufsorientierung bei – und hilft den Unternehmen bei der Azubi-Akquise“, so ILE-Managerin Simone Hummel.
Da nach dem ersten Aktionstag 2017 bereits einige Praktika und mehrere Ausbildungen vermittelt werden konnten, wurde das Projekt 2018 auf Anfrage des Gewerbeverbandes Zusmarshausen um Unternehmen des Marktes erweitert. Und das Angebot kam gut an – 203 Jugendliche nutzten den schulfreien Buß- und Bettag und informierten sich über Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten – knapp 70 Jugendliche mehr als 2017.
Neben den Anforderungen im jeweiligen Ausbildungsberuf ging es auch um Einblicke in den Berufsalltag. Was arbeitet eine Verwaltungsfachangestellte? Mit welchen Inhalten ist man als Industriekauffrau konfrontiert? Und womit setzt sich ein technischer Produktdesigner auseinander? Aber auch Themen wie Übernahmechancen, Gehalt und Aufstiegsmöglichkeiten wurden angesprochen. Unternehmer, aber auch Azubis stellten sich den Fragen der Jugendlichen, die auch probehalber selber Hand anlegen durften: Die Teilnehmer stellten funktionsfähige Fenster her, verkosteten exotische Früchte, portionierten Leberkäse, zeichneten Pläne von Beton-Handyschalen, verbauten Hardware in PCs oder versuchten sich mit Wischtechnik und Schablonen an Bildern – Tätigkeiten, die in den Ausbildungsberufen „Tischler/in“, „Metzger/in“, „technischer Bauzeichner“, „Fachinformatiker für Systemintegration“ oder „Maler/in“ enthalten sind.
Während acht Jugendliche an Puzzleteilen aus Holz feilen, fasst Lorenz Wiedemann, Ausbildungsleiter bei der Holzbearbeitung Kraus GmbH, zusammen: „Wir sehen den Aktionstag als sinnvoll an – nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Jugendlichen. Denn eine Ausbildung stellt einen wichtigen Baustein im Berufsleben dar – aber die richtige Ausbildung finden ist schwer. Die Ausbildung sollte passen – wie ein Puzzleteil“.
Informationen und Bilder zum Tag der Ausbildung 2018 finden Sie unter http://www.freiraum-zum-leben.de/tag-der-ausbildung.html.
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