Projektansicht

Kurzporträt

Die mittelfränkische Gemeinde Langenfeld im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim hat sich sehr früh mit dem demographischen Wandel auseinandergesetzt. Langenfeld konnte im Jahr 2008 mit seinen ca. 1030 Einwohnern ein Mehrgenerationenprojekt umsetzen. Die ersten Visionen dazu wurden schon im Jahr 2000 im Rahmen der LEADER-Aktionsgruppe Südlicher Steigerwald e.V. formuliert www.lag-steigerwald.de. 2003 wurde ein Arbeitskreis in der Gemeinde Langenfeld gegründet, der sich von der Idee, ein Angebot für alle Generationen im Dorf umzusetzen, begeistern ließ. Unter dem Namen „Dorflinde“ wollte man zunächst ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt umsetzen. Engagierte Arbeitskreismitarbeiter informierten, motivierten, knüpften Kontakte und leisteten unermüdlich die ersten Vorarbeiten. Wichtig war dabei, das Dorf als eigenständigen Lebens- und Wirtschaftsraum zu erhalten, die Funktionen im Dorfzentrum zu stärken und sich rechtzeitig für den demographischen Wandel zu rüsten. Die Sanierung der Ortsmitte erfolgt derzeit im Rahmen der Städtebauförderung.

Meilensteine

Nach unermüdlicher Vorarbeit der Gemeinde und dem 2003 gegründeten Arbeitskreis gelang es schließlich, nicht nur die Bevölkerung und den Gemeinderat zu überzeugen, sondern auch die Finanzierung zu sichern.

Weitere Meilensteine waren:
  • Aufnahme der Gemeinde Langenfeld in das Modellprojekt „Altenhilfekonzept für kleine Gemeinden“ – gefördert durch das STMAS www.afa-sozialplanung.de
  • Ausarbeitung des Altenhilfekonzeptes mit Unterstützung der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (2005/2006): Wiederaufgreifen des Begriffs „Dorflinde“
  • Besuch eines Seminars zum Thema "Derhamm is derhamm - alt werden in Langenfeld"
  • Erarbeitung des Konzeptes für die Bewerbung als Mehrgenerationenhaus mit Finanzierungsplan
  • Bewerbung beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in das Förderprogramm „Mehrgenerationenhäuser MGH“ www.mehrgenerationenhaeuser.de
  • Aufnahme in das Förderprogramm „MGH“ (2007)
  • Sanierung einer alten Scheune im Dorfzentrum
  • Feierliche Einweihung der Dorflinde (12.10.2008)
  • Entwicklung neuer Kooperationen zwischen Hauptamt und Ehrenamt
  • Entwicklung weiterer Angebote zum „Mehrgenerationen-Wohnen“ im Dorfzentrum von Langenfeld
  • Grundsteinlegung für das Projekt MehrGenerationenWohnen (MGW) (2013)
  • Eröffnung einer Tagespflegeeinrichtung im MGW; häuslicher Pflegedienst als zusätzliches Angebot (2014)
  • Eröffnung eines Dorfladens, einer Arztpraxis und Physiotherapie in einer ehemaligen Zimmerei (2017) sowie einer kleinen Wohneinheit für schwer Behinderte im Ortskern
  • Umbau eines alten Gasthauses zur neuen Inbetriebnahme
  • Öffentliche Anerkennung:Sieger im Wettbewerb der Wüstenrot Stiftung: Land und Leute - Kleine Gemeinden gestalten ihre Zukunft im demographischen Wandel! (2009)
    • Spende der Wormland-Stiftung für Altenpflegeeinrichtungen über die Bayerische Staatskanzlei (2009)
    • Preisträger im Wettbewerb "Bürger initiieren Nachhaltigkeit - Generationendialog in der Praxis" der Bundesregierung und des "Rates für Nachhaltige Entwicklung" (2009)
    • Besuch der Dorflinde durch die damalige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (2009) und durch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (2013)
    • Ehrenwert-Preis der Stadt Nürnberg, Universa Versicherungen und der Nürnberger Nachrichten (2010)
    • Ernennung der Dorflinde zum Leuchtturmhaus (Leuchtturmhäuser sind bundesweite Ansprechpartner für andere MGH's zu einem ganz zentralen Thema) (2010)
    • Berufung der Dorflinde in ein "Expertennetzwerk", ausgewählt vom Bundesfamilienministerium (2010)
    • "Ausgewählter Ort 2011" im Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" durch die Initiative "Deutschland - Land der Ideen"
    • Preisträger im Wettbewerb der Wüstenrot Stiftung: Land und Leute - Unsere Zukunft in kleinen Gemeinden (2015)

Resümee

Das Mehrgenerationenhaus Dorflinde in der Gemeinde Langenfeld ist ein Musterbeispiel der generationenübergreifenden Kommunikation und Solidarität im Dorf. Nur durch Beharrlichkeit seitens der Gemeinde und durch die Unterstützung einer lebendigen Bürgerschaft konnte ein solches Projekt umgesetzt und mit Leben gefüllt werden. Bewusst wurde alte Bausubstanz im Ortskern saniert, um das Dorfzentrum zu stärken. Ein Team aus 20 ehrenamtlichen Mitarbeitern und einer Teilzeit- Sozialmanagerin und einer Teilzeit-Köchin koordinieren sämtliche Angebote. Ein Unterstützerkreis von über 100 ehrenamtlich Engagierten hilft bei haushaltsnahen Dienstleistungen im Sinne der Nachbarschaftshilfe.
In der Gemeinde Langenfeld wurde ganz bewusst ein neuer Weg gewählt, um dem demographischen Wandel im Dorf zu begegnen und mit neuen Strukturen den Dialog zwischen den Generationen zu fördern und auszubauen. Vorbildlich ist die konsequente Anpassung und Weiterentwicklung der Infrastruktur auf die Bedürfnisse der kommenden Generationen, so dass Projekte wie das Mehrgenerationenhaus mit Tagescafe, das Mehrgenerationenwohnen mit Tagespflege, ein großer Dorfladen mit vielen weiteren Angeboten der Grundversorgung sowie ein Gasthaus realisiert werden konnten.

Ansprechpartner

1. Bürgermeister Reinhard Streng
Schulstraße 1
91474 Langenfeld

Tel.: 0 91 64 / 13 47
Fax: 0 91 64 / 96 88 01
buergermeister@langenfeld-mfr.de
www.langenfeld-mfr.de
www.dorflinde-langenfeld.de

Kernthema: Innenentwicklung

Wie viele andere Gemeinden unterliegt Langenfeld den Herausforderungen des demographischen Wandels und den Leerständen im Ortskern. Die aktive Gestaltung versucht, diesen Missständen entgegen zu wirken.

Visionen:
  • Alte Bausubstanz erhalten, umnutzen oder abreißen
  • Etablierung einer Anlaufstelle für Bürger
  • Schaffung von generationsübergreifenden Treffpunkten
  • Fokus auf die Innenentwicklung
  • Entwicklung und Belebung des Ortskerns
  • Entwicklung der Nahversorung und weiteren Infrastrukturen im Ortskern
  • Kombination von neuer und alter Bausubstanz
  • Barrierefreie Zugangsmöglichkeiten zu allen öffentlichen Einrichtungen
  • Nutzung innovativer Techniken

Besondere Maßnahmen und Aktivitäten:
  • Umbau einer Scheune zum Mehrgenerationenhauses mit Tagescafe
  • Abriss eines ehemaligen Bauernhofs zur Errichtung eines Neubaus für Mehrgenerationenwohnen mit Tagespflege
  • Abriss eines Gebäudes für das ambulant betreute Wohnen
  • Umnutzung einer ehemaligen Zimmerei zum Dorfladen, einer Arztpraxis und Physiotherapie
  • Wiederbelebung eines alten Gasthauses

Erfolge:
Langenfeld ist es gelungen, seine Attraktivität für alle Generationen zu steigern. Insbesondere der Zuzug von jungen Familien stellt einen Mehrwert für das Dorf dar.

Kernthema: Miteinander

Die Gemeinde Langenfeld rüstet sich für den demographischen Wandel, um auch künftig als lebenswertes Dorf mit einem intakten Gemeinwesen Lebensqualität zu bieten.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinde
  • Einbeziehung aller vier Lebensalter; Entwicklung generationsübergreifender Angebote
  • Aufbau eines Dienstleistungszentrums für Beratung, Vermittlung, Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliches Engagement
  • Vernetzung gewerblicher, professioneller und ehrenamtlicher Dienstleister; Aufbau einer Tagespflege
  • Entwicklung kultureller Angebote
  • Funktionen im Innen-Ort erhalten, stärken und beleben
  • Kombination von alter und neuer Bausubstanz unter Verwendung innovativer Technik
  • Planung einer barrierefreien Wohnanlage für alle Generationen

Besondere Maßnahmen und Aktivitäten
  • Tagescafé als „öffentliches Wohnzimmer“ mit Begegnungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen
  • Bürgerbüro als Anlauf- und Koordinationsstelle für haushaltsnahe Dienstleistungen
  • Kinderbetreuung und –förderung (Babysitter, Krabbelgruppe, Nachhilfeunterricht)
  • Gemeinsamer Mittagstisch mit bereits über 3000 Essensgästen (01/2011)
  • Seniorentreff, umfassendes Beratungsangebot (Unterstützung für Pflegeeinstufung, Rentenberatung usw.)
  • Jugendstübla, Mädchentreff, Internetcafé und Bewerbertraining
  • Verschiedene sportliche und kulturelle Veranstaltungen
  • Bücherei
  • Kleinbus für Fahrdienste und Ausflüge
  • Projekt MehrGenerationenWohnen (MGW), Grundsteinlegung 2013
  • Eröffnung einer Tagespflegeeinrichtung im MGW; häuslicher Pflegedienst als zusätzliches Angebot (2014)
  • Planung eines Dorfladens sowie einer kleinen Wohneinheit für schwer Behinderte im Ortskern


Erfolg

Die erfolgreiche Umsetzung des Mehrgenerationenhauses und die Weiterentwicklung durch den Ausbau des Mehrgenerationen-Wohnens hat Vorbild- und Pilotcharakter. Der Anstieg der ehrenamtlich tätigen Menschen von 20 auf 100 sichert auch künftig die Lebensqualität in Langenfeld und bürgt für ein gutes Miteinander der Generationen.

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