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Kernthemen

Kurzporträt

Die Gemeinde Feldkirchen-Westerham ist die westlichste Gemeinde im Landkreis Rosenheim, Oberbayern, und liegt im bayerischen Alpenvorland. Sie besteht aus den Gemeindeteilen Feldkirchen, Feldolling, Höhenrain, Westerham und Vagen und hat insgesamt ca. 10.000 Einwohner. Die Wirtschaft ist mittelständisch geprägt. Feldkirchen-Westerham hat ein großes Angebot an öffentlichen und privaten Versorgungseinrichtungen. Die räumliche Nähe zu den Städten Rosenheim, München und Miesbach bewirkt vor allem in den 80er Jahren hohen Siedlungsdruck und damit verbunden Integrationsprobleme. Heute besteht ein Überangebot an Wohnungen und Baugebieten. In der Gemeinde besteht eine hohe Dichte und Vielfalt an Vereinstätigkeit (über 80 Vereine) und ehrenamtlichem Engagement. Bereits 1994 wurde im Ortsteil Westerham ein Verein gegründet, der die Ortsverschönerung, Dorfentwicklung und sozialen Entwicklung des Ortes zum Thema gemacht hat. Seit einigen Jahren stagniert die Bevölkerungsentwicklung in der Gemeinde, jedoch steigt die Zahl der über 65-Jährigen kontinuierlich. Bereits 2001 besuchte die Gemeinde ein Seminar zur Vorbereitung auf die Dorfentwicklung und gründete eine Planungsgruppe. Diese beschäftigte sich mit demographischen, regionalen und gemeindespezifischen Fragestellungen.

Meilensteine

Mit der Anordnung der Dorferneuerung 2007 durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern wurden verschiedene Arbeitskreise ins Leben gerufen. Als Schwerpunkt kristallisierten sich sozialkulturelle Belange heraus.


Weitere Meilensteine waren:
  • Aufnahme in das Forschungsprojekts der TU München „Dorferneuerung 2020 – Zukunftskonzeption und -strategien der Dorferneuerung in Bayern“: Abrücken von kleinräumiger Betrachtungsweise, Erweitung der Dorferneuerung Westerham auf die Gesamtgemeinde Feldkirchen-Westerham (2007)
  • Bürgerbefragung „Soziale Gemeinde Feldkirchen-Westerham“, begleitet von einem soziologischen Institut (2008)
  • Workshops über die Schule der Dorf- und Landentwicklung mit verschiedenen Themen
  • Fachliche Begleitung und Beratung durch einen Städteplaner und eine Sozialarchitektin (2010)
  • Start des Pilotprojekts „Soziale Gemeinde 2010“; Beginn der „Analyse und Umsetzung soziale Gemeinde Feldkirchen-Westerham“ mit dem Ziel der Förderung und Entwicklung des sozialen Miteinanders in der Gemeinde
  • Einstimmiger Gemeinderatsbeschluss zu einer verbindlichen Zusammenarbeit der Gemeinde mit einem Netzwerk, das alle sozialen Akteure bündelt (Dezember 2010)
  • Vereinsgründung des „Sozialen Netzwerk Feldkirchen-Westerham e.V.“ (05.03.2012):
  • Ziel: Steuerung und Koordination des bestehenden sozialen Engagements in Vereinen und Organisationen; Einigung auf verbindliche Zusammenarbeit
  • Vereinsmitglieder: Kommune, Vereine, Wohlfahrtsverbände und Kirchengemeinde
  • Startprojekte des Vereins: Angebote für Senioren, um möglichst lange im gewohnten Wohnumfeld leben zu können; Aufbau von Treffpunkten für die Jugend
  • Einstellung einer hauptamtlichen sozialen Fachkraft mit eigenem Büro in Westerham (2012)

Resümee

In der Gemeinde Feldkirchen-Westerham wird die Strukturentwicklung nicht nur unter baulichen Aspekten betrachtet. Die Gemeinde setzt auf die Förderung des Sozialkapitals und auf die Entwicklung des Bürgerschaftlichen Engagements als relevanten Entwicklungsfaktor. Im Dialog mit den Bürgern werden bestehende kulturelle und soziale Angebote vernetzt und deren Infrastruktur leichter zugänglich gemacht und weiterentwickelt. Die Lebensqualität der Bürger steigt durch das gute soziale Miteinander aller Generationen, die angebotene Hilfe sowie die Gemeinschaftserfahrungen. Die Gründung des Vereins „Soziales Netzwerk“ und die Einrichtung einer Servicestelle übernimmt die notwendige Koordination. Dadurch bleibt der Ort attraktiv für seine Einwohnerschaft, für Familien sowie für potentielle Neubürger.

Ansprechpartner

1. Bürgermeister Hans Schaberl
Ollinger Straße 10
83620 Feldkirchen-Westerham

Tel.: 0 80 63 / 97 03 - 0
Fax: 0 80 63 / 97 03 - 44
gemeinde@feldkirchen-westerham.de
www.feldkirchen-westerham.de

1. Vorsitzende Ursula Borkenhagen
Soziales Netzwerk Feldkirchen-Westerham

Tel.: 0 80 63 / 83 86 4
u.borkenhagen@gmx.de

Kernthema: Miteinander

Der soziokulturelle Bereich soll als wesentliches Thema im Gemeindeentwicklungsprozess bearbeitet werden. Im Mittelpunkt der Bemühungen steht die Schaffung eines sozialen Netzwerkes in der Gesamtgemeinde, um den demographischen Herausforderungen der nächsten Jahre gerecht zu werden. Dies soll im Dialog zwischen allen Beteiligten gelingen.

Visionen & Ziele von Bürgern und Gemeinde
  • Entwicklung neuer Formen gegenseitiger Hilfe und Unterstützung
  • Schaffung einer guten Lebensqualität für alle Generationen
  • Verwirklichung einer sozialen Gemeinde

Besondere Maßnahmen und Aktivitäten
  • Bürgerbefragung „Soziale Gemeinde Feldkirchen-Westerham“, begleitet von einem soziologischen Institut (2008): Ergebnisse der Umfrage: breites, vielfältiges und qualitätsvolles Angebot vorhanden; es fehlen Angebote für Senioren und junge Leute
  • Besuch von Fortbildungsveranstaltungen
  • Fachliche Begleitung und Beratung durch eine Sozialarchitektin (2010)
  • Aufbau eines Netzwerkes sozial engagierter Personen
  • Entwicklung einer gemeindeweiten Beteiligungsstruktur
  • Integration der in der Gemeinde vorhandenen Sozialpartner
  • Gründung des „Sozialen Netzwerk Feldkirchen-Westerham e.V.“ (2012):
    • Ziel: Steuerung und Koordination des bestehenden sozialen Engagements in Vereinen und Organisationen; Einigung auf verbindliche Zusammenarbeit
    • Derzeit 16 ordentliche Mitglieder, bestehend aus Kommune, Vereinen, Wohlfahrtsverbänden und Kirchengemeinden; Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft für Bürger (Stand 2014)
    • Startprojekte des Vereins: Angebote für Senioren, um möglichst lange im gewohnten Wohnumfeld leben zu können; Aufbau von Treffpunkten für die Jugend
    • Herausgabe eines Seniorenwegweisers und einer "Notfallmappe"
    • Aufbau eines Helferkreises für alltagsnahe Unterstützungsleistungen; Zielgruppe: über 75-Jährige, Kranke und Pflegebedürftige
    • Aufbau einer "Freiwilligenbörse"
  • Einsatz einer hauptamtlichen sozialen Fachkraft mit eigenem Büro in Westerham
    • soziale Koordinierungsstelle
    • Beratung aller Bürger in unterschiedlichen Lebenslagen
    • Koordinierung der ehrenamtlichen und professionellen Angebote
    • Strukturierung und Management der Beteiligungsprozesse
    • Begleitung und Unterstützung der Entwicklungsgruppen, in denen die sozialen Aufgaben getätigt und weiterentwickelt werden
    • Vernetzung mit örtlichen und überörtlichen Stellen

Erfolg

Feldkirchen-Westerham hat das Thema demographische Entwicklung aktiv angepackt. Dabei hat die Gemeinde von Anfang an auf eine gemeinsame Lösung mit ihrer aktiven Bürgerschaft, ihren vielen Vereinen und Organisationen gesetzt. Der gesamte Prozess wurde stets von Fachplanern betreut.

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